Efrîn

Türkische Armee greift Efrîn auf dem Landweg an - Überall Proteste

Die türkische Armee führt ihre Angriffe auf Efrîn offenbar auf dem Landweg fort. Die kurdische Nachrichtenagentur AFN und andere Medien - darunter der Münchner Merkur - melden, dass türkische Bodentruppen eine ländliche Gegend im Bezirk Bilbilê überfallen habe.

Von gis
Türkische Armee greift Efrîn auf dem Landweg an - Überall Proteste
Demonstration in Stuttgart (rf-foto)

Die gestrige erste Angriffswelle wurde hauptsächlich durch islamistische Banden durchgeführt. Kämpferinnen und Kämpfer der Volks- und Verteidigungseinheiten YPG und YPJ haben die Angriffe zurückgeschlagen. Angehörige der Selbstverwaltung in Efrîn haben heute eine Generalmobilmachung erlassen.

 

Die türkische Armee setzte auch ihre Invasionsversuche mit Kampfflugzeugen fort und griff zivile Ziele an. Ohne die Freigabe des Luftraums für türkische Kampfflugzeuge wäre die Attacke nicht möglich. Dieser Luftraum wird von Russland kontrolliert.

 

Im Fokus der türkischen Aggression stehen nach eigenen Angaben die kurdische Selbstverwaltung und die Stellungen der kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG), die Teil des Militärbündnisses Syrische Demokratische Kräfte (SDF) sind. Der Kanton bot Kriegsflüchtlingen stets Zuflucht.

 

Überall in Deutschland gab es gestern und heute Demonstrationen, die das Ende der deutschen Unterstützung für die türkischen Kriegspläne forderten und der Bevölkerung von Efrîn ihre volle Solidarität versicherten. Ein Korrespondent aus Frankfurt/M. schreibt: "Trotz der kurzfristigen Mobilisierung waren ca. 1000 Leute zusammengekommen. Immer wieder Parolen 'Erdogan-Terrorist' und 'Hoch die internationale Solidarität' gerufen. Die MLPD Rhein-Main nahm mit Freunden und Genossen an der Demo teil. Ganz selbstverständlich trugen die kurdischen Freunde auch die MLPD/ICOR-Fahnen. An einem langen Mast flatterten die Fahne der Internationalistischen Liste/MLPD gemeinsam mit  kurdischen Wimpeln über dem Zug."

 

„So wie zu Zeiten Kobanês gemeinsam auf die Straßen gehen" - dazu ruft das Demokratische Gesellschaftszentrum der Kurdinnen und Kurden in Deutschland (NAV-DEM) auf. Die MLPD schlägt den morgigen Montagsdemos vor, überall den Protest gegen den Überfall und die Solidarität mit dem kurdischen Freiheitskampf auf die Straße zu tragen.

 

Die MLPD fordert das sofortige Ende der Angriffe auf Efrîn. Es lebe der Solidaritätspakt zwischen der ICOR und dem kurdischen Freiheitskampf! Es lebe der proletarische Internationalismus!