Türkei

Metallarbeiter bereiten Streik vor

Seit Ende Oktober verhandeln die drei türkischen Gewerkschaften Birlesik Metal-Is, Celik-Is und Türk Metal mit dem Verband der Türkischen Metallindustrie (MESS) über einen Tarifvertrag.

Von gp

Die Tarifauseinandersetzung betrifft 130.000 Beschäftigte in 180 Betrieben, darunter große internationale Konzerne wie Renault, Bosch und Fiat. Die Gewerkschaften fordern angesichts der sehr niedrigen Löhne eine erhebliche Lohnerhöhung. Nach den Untersuchungen von Birlesik Metal-Is sind 85 Prozent der Metallarbeiter wegen der niedrigen Löhne verschuldet.

Höhere Lohne und Sozialleistungen gefordert

Außerdem fordern die Gewerkschaften eine Reihe von Sozialleistungen wie Kündigungs- und Abfindungszahlungen, bezahlten Urlaub und angesichts der vielen Arbeitsunfälle verbesserte Gesundheits- und Sicherheitsmaßnahmen sowie eine zusätzliche Krankenversicherung.

 

Die Gewerkschaften haben im Dezember die Verhandlungen für gescheitert erklärt. Daraufhin wurde entsprechend den türkischen Gesetzen ein offizieller Vermittler eingesetzt, dessen Vorschlag aber von den Gewerkschaften abgelehnt wurde.

Erdogan kann Streik per Dekret aussetzen lassen

Auch das letzte Angebot von MESS am 11. Januar haben die Gewerkschaften einhellig als „inakzeptabel“ abgelehnt und die Vorbereitung eines Streiks zur Durchsetzung ihrer Forderungen beschlossen. Nach den reaktionären und arbeiterfeindlichen Gesetzen können die Gewerkschaften innerhalb von 60 Tagen einen Streik beginnen. Er muss sechs Tage vorher den Unternehmen mitgeteilt werden.

 

Allerdings kann der türkische Ministerrat den Streik per Dekret für 60 Tage aussetzen. Seit der Errichtung der faschistischen Diktatur kann praktisch jeder Streik von der Regierung verboten werden. Die Gewerkschaft Birlesik Metal will im Fall eines Verbots alle anderen Gewerkschaften auffordern, gegen dieses Verbot Widerstand zu leisten und in den Streik zu treten.

Arbeiter wollen streiken

Arbeiter der Firma B/S/H im Stadtteil Çerkezköy (Istanbul)1, fordern wirksame Kampfmaßnahmen und Streik. Sie wollen selber entscheiden: „Ohne unsere Zustimmung darf nichts unterschrieben werden!“ Ein Streik unter der Bedingung einer faschistischen Diktatur hätte sofort eine starke politische Seite.