Indien

VW India weigert sich Tarifvertrag abzuschließen - Gewerkschafter im Hungerstreik

Seit Ende 2016 lehnt VW India in seinem Werk in Puna (östlich von Mumbai) den Abschluss eines neuen Tarifvertrages mit der Gewerkschaft „Volkswagen Employee Union“ ab.

Korrespondenz
VW India weigert sich Tarifvertrag abzuschließen - Gewerkschafter im Hungerstreik
Trotz Produktionsrekorden und einem Rekordergebnis 2017 mauert VW India gegenüber der Gewerkschaft (foto: Surya Prakash.S.A. (CC BY-SA 3.0))

Die Gewerkschaft fordert einen neuen Vertrag und Lohnerhöhungen. Die knapp 4.000 Arbeiterinnen und Arbeiter bei VW in Puna haben 2016 und 2017 jeweils Produktionsrekorde geschafft und 2017 hat VW India ein Rekordergebnis erzielt.

Neues "Vergütungssystem"

VW hat das Werk in Puna 2009 aufgebaut, mit 580 Millionen Euro ist dies die bislang größte Investition eines deutschen Konzerns in Indien. 2018 will VW die Produktion um 10 Prozent steigern und dies an die Einführung eines neuen "Vergütungssystems" koppeln. Geht es nach der Geschäftsleitung werden nur noch 80 Prozent des Lohnes fester Bestandteil sein, 20 Prozent sollen „leistungsabhängig“ gezahlt werden.

36 Verhandlungen ohne Ergebnis

Weil VW auch nach 36 Verhandlungen nicht bereit war, auf die Forderungen der Gewerkschaft einzugehen, traten elf führende Vertreter der Gewerkschaft am 8. Januar in einen Hungerstreik. Aus Solidarität lehnen die Beschäftigten seit Beginn des Hungerstreiks das im Werk angebotene Frühstück und Mittagessen ab. Nach fünf Tagen mussten bereits zwei der Hungerstreikenden in ein Krankenhaus gebracht werden. Die Begründung der Gewerkschaft für die Ablehnung eines Streiks der Belegschaft ist nicht bekannt. Der Streik bei VW in Bratislava im Juni 2017 hat gezeigt, wie damit VW zu Zugeständnissen gezwungen werden kann – statt die Gesundheit und das Leben Einzelner aufs Spiel zu setzen.