Metalltarifrunde

Metalltarifrunde

Warnstreikwelle zeigt erste Wirkung

425.000 Metallerinnen und Metaller sind bundesweit bisher den Warnstreik-Aufrufen der IG Metall gefolgt.

Von wb
Warnstreikwelle zeigt erste Wirkung
Warnstreik bei Airbus in Hamburg (rf-foto)

So stand gestern um 9 Uhr die Produktion bei Daimler, weil 10.000 Beschäftigte für ihre Forderungen nach 6 Prozent Lohnerhöhung und Arbeitszeitverkürzung streikten.

 

Das zeigt auch Wirkung bei den Metall-Unternehmerverbänden. So berichtete die Stuttgarter Zeitung vom 11. Januar: „Metallarbeitergeber signalisieren Einlenken“. Sie beruft sich auf den Verhandlungsführer Stefan Wolf von Südwestmetall: „Es macht keinen Sinn, dass wir uns in ellenlange Rechtsdiskussionen und Rechtsstreitigkeiten begeben.“

 

Gemeint damit war ein Rechtsgutachten, das im Auftrag von Gesamtmetall nachweisen sollte, dass ein Streik für die Arbeitszeitverkürzung mit Teillohnausgleich einzelner Gruppen illegal sei, weil dies andere Beschäftigte benachteilige.

"Tarifrunde aktuell 3" breit eingesetzt

Mit dem Flugblatt „Tarifrunde aktuell Nr. 3“ hat die MLPD erheblich dazu beigetragen, dass dieser Angriff  in den Betrieben bekannt wurde und sich die Losung verbreitete: Jetzt erst recht! Voller Einsatz  der gewerkschaftlichen Kampfkraft! Für ein allseitiges und vollständiges gesetzliche Streikrecht! Auch beim gestrigen Warnstreik bei Daimler war die MLPD vor Ort und setzte das Flugblatt ein.

 

Was Südwestmetall unter „Einlenken“ versteht, wurde am 11. Januar deutlich. Wolf lobte, dass „die Gewerkschaft beim Thema Arbeitszeit erstmals Bereitschaft signalisiert, über die Volumenfrage mit uns zu sprechen ... Wir sind im Gegenzug auch bereit, über Rahmenbedingungen für Beschäftigte zu reden, die ihre Arbeitszeit vorübergehend reduzieren wollen.“

Flexibilisierung nach oben ist indiskutabel

„Gemeint ist", so Südwestmetall, "eine punktuelle Ausweitung von Arbeitszeit – zum Beispiel eine Öffnung der Quoten, die bisher die 35-Stunden-Woche beziehungsweise 40-Stunden-Woche für Hochqualifizierte begrenzen.“ Damit bewegen sich die Metallverbände auf der schon vor der Tarifrunde geforderten Linie: „Flexibilisierung nach oben“ und Verlängerung des Arbeitstages.

 

Genau das lehnt die Gewerkschaftsbasis entschieden ab. Eine wachsende Zahl von Beschäftigten hat schon heute keine Luft mehr „nach oben“ und will nicht ihr ganzes Leben dem Takt der Profitinteressen unterordnen. Um so wichtiger ist es, jetzt, die Initiative für die Vorbereitung von 24-Stunden-Streiks und Einleitung der Urabstimmung zu ergreifen.