Stahl

"Wir sollen nur abnicken!?"

Aktuell läuft im Stahlbereich bei tkSE eine Abstimmung unter den Gewerkschaftsmitgliedern über einen Tarifvertrag im Zusammenhang mit der geplanten Fusion mit dem indischen Konzern tata. Inhalt und Methode des Tarifvertrags sind höchst umstritten.

Aus der Kollegenzeitung "Stahlkocher"

Auch der Belegschaft von HKM (Hüttenwerke Krupp Mannesmann) in Duisburg war ein solcher Vertrag vorgelegt worden. Die Kollegenzeitung "Stahlkocher" schreibt dazu:

 

Erst wurde im Vertrauenskörper diskutiert, dass Arbeitszeitverkürzung ein Mittel sei, um drohende Entlassungen zu verhindern. Nach monatelanger Pause wurde uns der fertige Vertrag zur Abstimmung vorgelegt. Dem konnte nur als Ganzes zugestimmt werden. Kritiken, wie z. B. an der Arbeitskonten-Regelung,  wurden abgewürgt - das müssten wir eben schlucken. Bei Ablehnung würden sonst 400 bis 600 Entlassungen anstehen.

Wann wurde die Kampfkraft der Kollegen eingesetzt?

Alleine diese Drohung des Vorstands reicht aus, dass wir Verschlechterungen hinnehmen sollen. Ohne richtigen Kampf und Alternativen soll sich unsere "Mitbestimmung" auf das Abnicken eines faulen Kompromisses beschränken? Nach "harten Verhandlungen" - wo wurde denn mal die Kampfkraft der Kollegen eingesetzt?

 

Respekt vor den Kollegen, die offen gegen den Vertrag gestimmt haben. Lohnverzicht sichert keine Arbeitsplätze. Wir müssen daraus lernen und gemeinsam mit den anderen Stahlarbeitern unsere Interessen im Kampf durchsetzen!