Efrîn

In zahlreichen Städten Proteste gegen türkische Aggression

Zahlreiche Korrespondenten berichten über die Solidarität mit dem kurdischen Freiheitskampf, gegen die Angriffe des türkischen Regimes und islamistischer Banden.

Korrespondenten und Pressemitteilungen
In zahlreichen Städten Proteste gegen türkische Aggression
Die Montagsdemonstration in Gelsenkirchen (rf-foto)

Aus Gelsenkirchen wird berichtet: Bis zu 500 Frauen, Kinder, Männer reihten sich mit ein in die Montagsdemo Gelsenkirchen, in großer Sorge um ihre Heimat, ihre Familien, ihre Zukunft. Die Protestversammlung war wie so oft ein kompetentes Forum für den internationalen Diskurs. Auf Vorschlag der kurdischen Teilnehmer begann die Aktion mit einer Schweigeminute.

Aufgewühlte Stimmung

Eine sehr aufgewühlte Stimmung herrschte, dennoch verlief die Kundgebung von Anfang bis Ende friedlich. Der Rahmen der Montagsdemo, die enge Zusammenarbeit von kurdischen und deutschen Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die zweisprachige Verständigung und klare Spielregeln waren dafür Grundlage.

 

Und das trotz Polarisierung und Provokation: Etliche Anhänger Erdogans, aber auch islamistisch-faschistische Kräfte oder Anhänger der sogenannten "Freien Syrischen Armee" - oft aufgehetzte Jugendliche - waren seit Beginn vor Ort, skandierten faschistische Parolen, verteidigten Erdogan und seine Angriffe.

Von wegen "Pufferzone"

Stefan Engel, langjähriger Vorsitzender der MLPD und Gelsenkirchener Montagsdemonstrant der ersten Stunde, ging auf die Hintergründe in dieser neuen Phase im Krieg in Syrien ein: Nachdem man den IS gemeinsam vertrieben hat, beginnen die imperialistischen Mächte, den Kuchen unter sich aufzuteilen.

 

In den bürgerlichen Massenmedien heißt es, der Türkei ginge es um die "Einrichtung einer 30 Kilometer großen Pufferzone". Aber dort liegen sämtliche größeren Städte der Demokratischen Föderation Nordsyrien, die die Türkei unter ihre Kontrolle bringen will.

Proletarischen Internationalismus stärken

Stefan Engel rief dazu auf, den proletarischen Internationalismus zu stärken und die einfachen Menschen, die Arbeiterbewegung und die Völker der Welt zusammenzuschließen, denn keine imperialistische Macht ist ein ehrlicher Verbündeter gerechter Kämpfe.

 

Die junge Melek brachte eindringlich vor: „Erdorgan bringt Menschen um, nur weil sie einen Ort zum Leben haben wollen. Warum wird die Menschheit nicht wieder so, dass wir zusammenhalten! Wir sind nicht andere Menschen, wir sind wie eine Familie, auch wenn wir verschiedene Sprachen sprechen.“

 

Aus Duisburg wird berichtet: Über 400 Teilnehmerinnen und Teilnehmer protestierten am Montagabend in der Duisburger Innenstadt auf einer gemeinsamen Kundgebung der Montagsdemo mit verschiedenen türkischen und kurdischen Organisationen sowie weiteren Bündnispartnern gegen den Einmarsch der Türkei in Nordsyrien. In zahlreichen Beiträgen wurde die türkische Regierung und Präsident Recep Tayyip Erdogan scharf angegriffen. "Erdogan - Terrorist“ hallte es durch die Königstraße.

Entschlossenheit gestärkt

Es war eine sehr kämpferische Kundgebung und durch die Sprechchöre und Redebeiträge wurde deutlich, dass sich die Menschen nicht einschüchtern ließen, sondern ihre Wut und ihre Entschlossenheit, zu kämpfen, gestärkt wurde. Auch die Schikanen der Polizei - es durften keine kurdischen Fahnen getragen werden und eine Demonstration war mit der fadenscheinigen Begründung der Sicherheit der Fluchtwege untersagt worden - stießen auf scharfe Kritik.

 

Die internationale Solidarität wurde betont und etliche Teilnehmerinnen und Teilnehmer bedankten sich ausdrücklich bei der Montagsdemo, dass sie die gemeinsame Kundgebung mitorganisiert hatte. Für die nächsten Tage stehen verschiedenste Demonstrationen an, zu denen aufgerufen wurde: Mittwoch, 24. Januar, in Wesel, Donnerstag, 25. Januar, in Oberhausen und Samstag, 27. Januar, in Köln.

1.000 Demonstrantinnen und Demonstranten in Bochum

Auch in Bochum wurde demonstriert: Etwa 800 bis 1.000 Leute - überwiegend kurdischer Herkunft - demonstrierten gegen den Überfall der Türkei auf Efrîn. Redner betonten, dass dort neben den ursprünglich 200.000 Kurden heute weitere 800.000 Menschen leben, die vor den IS-Faschisten geflohen sind. Sie sind stolz, dass dort viele Kulturen friedlich zusammen leben.

 

In einem Grußwort der MLPD wurde auch die Wirtschaftshilfe für das faschistische Erdogan-Regime sowie die diplomatische Unterstützung durch die Bundesregierung angegriffen. Der Solidaritätspakt zwischen der ICOR und dem kurdischen Befreiungskampf wurde hervorgehoben. Der Beifall, mindestens 13 verkaufte Broschüren "Über die Herausbildung der neuimperialistischen Länder" - zum Teil in türkischer Sprache - und mehrere ausgetauschte Adressen zeigen die große Bereitschaft für eine engere Zusammenarbeit mit der MLPD.

 

Aus Dortmund wird berichtet: Ein Teil der Montagsdemo beteiligte sich im Anschluss der Montagsdemonstration, in deren Rahmen eine Protestresolution wegen des türkischen Einmarschs verabschiedet wurde, an einer Demonstration mehrerer Hundert vorwiegend kurdischer Menschen. Sie ging in die Dormunder Innenstadt und es wurden auch Grußworte der MLPD und des Jugendverbands REBELL vorgetragen.

Empörung, Trauer und Protest riesengroß

100 kurdische Freundinnen und Freunde hatten sich in Leipzig versammelt: Die Empörung, Trauer und der Protest sind riesengroß! Eine NAV-DEM-Sprecherin berichtete von der aktuellen Situation in Nordsyrien. Jeden Abend um 18 Uhr wird in dieser Woche auf dem Willi-Brandt-Platz eine Kundgebung gegen die türkische Agression stattfinden!