Efrîn-Solidarität

Weitere Proteste gegen Angriff auf Efrîn

Es werde lediglich eine Woche brauchen, bis die türkische Armee die „Terroristen“ der YPG/YPJ „vernichtet“ habe, hatte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan in seiner faschistischen Rhetorik kurz vor Beginn des völkerrechtswiedrigen Einmarsches seiner Truppen nach Efrîn erklärt. Wie so häufig, hat die Realität den neuen Sultan in Ankara eingeholt

Von ffz
Weitere Proteste gegen Angriff auf Efrîn
Gesehen auf der Demonstration in München (rf-foto)

Eine Woche nach Beginn ihres Einmarschs sind die türkischen Truppen und ihre faschistischen Helfershelfer gerade mal ein paar Kilometer in die Demokratische Föderation Nordsyrien eingedrungen. Die kurdischen Volks- und Frauenverteidigungseinheiten sowie die Demokratischen Kräfte Syriens (SDF) leisten den faschistischen Aggressoren und Besatzern erbitterten Widerstand, und verhindern bisher ein weiteres Vordringen. Da es am Boden kaum vorankommt, setzt das Regime in Ankara auf verstärkte Luftangriffe, bei denen mehr und mehr Zivilisten getötet werden.

Al-Qaida marschiert mit Erdogans Truppen

Auch in anderen Bereichen widerspricht die Realität Erdogans Kriegspropaganda. Vor kurzem hatte er erklärt, seine Truppen hätten in Efrîn „Terroristen“ des „Islamischen Staats" getötet. Tatsächlich haben die SDF die von der Türkei unterstützen IS-Einheiten aus der Demokratischen Föderation Nordsyrien vertrieben. Jetzt erklärte der syrische al-Qaida-Ableger Haiʾat Tahrir asch-Scham (HTS) über seine Nachrichtenagentur, er habe sich den türkischen Truppen angeschlossen und Efrîn den Krieg erklärt. HTS wird von der Türkei und von Katar unterstützt.

Internationalistisches Bündnis ruft auf

In der vergangenen Woche gab es viele Demonstrationen zur Solidarität mit Efrîn in unterschiedlichen Städten Deutschlands. So in Stuttgart, München, Essen, Dresden, Duisburg, Dortmund, Wuppertal und Münster. Die Korrespondenzen dazu können hier gelesen werden! Neben der großen ruhrgebietsweiten Demonstration der Montagsdemo-Bewegung am kommenden Montag, 29. Januar, ist die Demonstration am Samstag, 27. Januar, in Köln das nächste Mobilisierungsziel. Auch für das Internationalistische Bündnis, von dem Rote Fahne News folgendes erhielt:

 

„Die Koordinierungsgruppe des Internationalistischen Bündnisses ruft auf, sich an den Demonstrationen gegen den Angriff des Erdogan-Regimes auf Efrîn zu beteiligen. Der kurdische Widerstand dagegen ist gerechtfertigt! Wir treten ein für internationale Solidarität und gegen jede imperialistische Aggression gegen Syrien. Das Internationalistische Bündnis steht gegen die Spaltung in verschiedene Nationalitäten. Beteiligt euch am Block des Internationalistischen Bündnisses an der Großdemo am Samstag, den 27. Januar, in Köln! Organisiert örtliche Protestaktivitäten. Heute wird die KOG die überarbeitete Unterstützerliste für das Internationalistische Bündnis veröffentlichen, die am Samstag zum Zusammenschluss der Protestierenden genutzt werden kann.“

 

Die bundesweite Solidaritätsdemonstration, zu der das Demokratische Gesellschaftszentrum der KurdInnen in Deutschland (NAV-DEM) aufruft, beginnt am Samstag, 27. Januar, ab 10 Uhr, auf dem Ebertplatz in Köln.