Metalltarifrunde

Selbstbewusste Kritik der Tarifkommission in Berlin-Brandenburg-Sachsen

Die Tarifkommissionssitzung im IGeMetall-Bezirk Berlin-Brandenburg-Sachsen am 25. Januar verlief turbulent und eindeutig.

Korrespondenz aus Brandenburg

Zunächst war der Verlauf der Verhandlungen im Pilotbezirk Baden-Württemberg vorgestellt worden; hier stellten die Mitglieder des Gremiums fest, dass entgegen der Pressemeldungen die Annäherung bei Entgelt und verkürzter Vollzeit (28 Stunden) mit Zuschuss offenbar schon viel weiter geht. Ein Kollege: „Ich hab den Eindruck, die haben schon klarere Bilder, als das nach außen gesagt wird.“

 

Spekuliert wird über eine mehrstufige Entgelterhöhung und statt Absenkung der Arbeitszeit ein Anspruch auf (wahlweise ) mehr Urlaubsgeld oder -zeit. Das Ganze allerdings bei sehr langer Laufzeit - bis zu 27 Monate seien da im Gespräch!

 

Die Tassen gingen hoch, als vorgestellt wurde, als rauskam, was aus der Forderung zur Angleichung Ost bei der 35-Stunden-Woche werden soll: geplant sei eine allgemeine Gesprächsvereinbarung über die gesamte Laufzeit des Entgelt-Tarifvertrags, während der auch keine Kampfmaßnahmen erlaubt seien.

 

Die Kolleginnen und Kollegen kritisierten das offensiv: wieder würde dann Zeit ins Land gehen ohne einen Schritt zur Angleichung, und man würde sich sogar noch die Hände binden! Was aus all den Versprechen des Vorstands geworden sei, sich für die Angleichung stark zu machen. Dass ein Zurückweichen nur Wasser auf die Mühlen der AfD wäre.

 

Dass – wie schon mal 2003 – undemokratische Methoden in der Organisation zu Niederlagen führen würden, wenn das durchgeht. Dass diejenigen, die so einen Abschluss forcieren, für Spaltung und Schwächung der IG Metall Verantwortung tragen.

 

Fast fünf Stunden dauerte die Diskussion. Die Tarifkommissions-Mitglieder fordern, dass sie ernst genommen werden. Sie wollen klare Fortschritte zur 35-Stunden-Woche und sind bereit, dafür als nächsten Schritt 24-Stunden-Warnstreiks zu machen.