Metalltarifrunde

Vor der vierten Verhandlungsrunde

Heute früh versammelten sich ca. 2.500 Beschäftigte aus Betrieben in Mülheim, Essen, Oberhausen und Gelsenkirchen zum Warnstreik der IG Metall in Mülheim an der Ruhr.

Korrespondenz aus Gelsenkirchen/gp
Vor der vierten Verhandlungsrunde
Kämpferische Stimmung beim Warnstreik in Mülheim an der Ruhr (rf-foto)

Die Stimmung war gut und kämpferisch. Einige Kollegen sprachen sich für eine härtere Gangart wie den 24-Stunden-Streik aus. Besonders viele Kollegen von Siemens waren zu sehen. Sie sind mit der Vernichtung von ca. 800 Arbeitsplätzen im Kraftwerksbereich in der Region konfrontiert.

 

Die MLPD war solidarisch, verteilte das aktuelle Flugblatt zur Metall-Tarifrunde und warb für die Arbeiterplattform des Internationalistischen Bündnisses. "Es muss was geschehen", darin waren wir uns häufiger schnell einig. Doch über das Wie und mit welchen Mitteln - da gab es einigen Klärungsbedarf. Gut ein Dutzend Parteiprogramme wechselten den Besitzer und es wurden neue Kontakte für das Bündnis geknüpft.

600.000 Beteiligte an Warnstreiks seit Jahresbeginn

Bis Anfang der Woche haben sich in der Metalltarifrunde bundesweit rund 600.000 Beschäftigte an Warnstreiks der IG Metall beteiligt. An der Warnstreikwelle im Tarifkampf 2016 hatten sich insgesamt 360.000 beteiligt.

 

In den meisten Betrieben wächst die Kampfbereitschaft, aber auch Ungeduld: „Wir haben mit den Warnstreiks bewiesen, dass wir bereit sind, für unsere Forderungen zu streiken. Was soll das Rumgeeier jetzt noch?“ fragt ein Porsche-Kollege aus Stuttgart.

Pilotabschluss? Voller Einsatz der gewerkschaftlichen Kampfkraft!

Morgen trifft sich in Böblingen die IG Metall mit dem Unternehmerverband Südwestmetall zur vierten Verhandlungsrunde. Offensichtlich ist von beiden Seiten geplant, in Baden-Württemberg einen Pilotabschluss zu erzielen. 

 

Gesamtmetall möchte angesichts der wachsenden Kampfbereitschaft und voller Auftragsbücher möglichst einen Streik verhindern - vor allem aber fürchten sie die damit verbundene weitere Politisierung der Tarifrunde. Kommt es nicht zu einem Ergebnis, will der IG Metall-Vorstand am Freitag über die Einleitung von 24-Stunden-Warnstreiks beschließen.

 

Südwestmetall droht erneut, die Warnstreiks mit einer einstweiligen Verfügung gerichtlich verbieten zu lassen. Das wirksamste Mittel dagegen ist die Entfaltung der vollen gewerkschaftlichen Kampfkraft mit Urabstimmung und unbefristeten Streiks.