Tarifrunde

24-Stunden Warnstreik bei MAN Nürnberg

Heute begannen in vielen Bundesländern die ersten 24-Stunden-Streiks in der Tarifrunde des Metall- und Elektrogewerbes. Aus Nürnberg berichtet ein Korrespondent:

Korrespondenz aus Nürnberg
24-Stunden Warnstreik bei MAN Nürnberg
Kolleginnen und Kollegen im Warnstreik heute morgen bei MAN in Nürnberg

Heute morgen haben wir zum ersten Mal seit ewigen Zeiten endlich mal gestreikt: ein 24 Stunden Warnstreik. Darauf sind die Kollegen zur Recht stolz. Um 7 Uhr morgens fand eine Kundgebung statt. 300 bis 500 Kollegen nahmen teil. Alle Tore sind zu. Die meisten Kapitalistenverband eine Frechheit. 7 Prozent über fast zweineinhalb Jahre. "Wir wollen die vollen 6 Prozent, dass sind doch Peanuts für die. Die machen sich die Taschen voll. Und wir sollen schauen wie wir klar kommen."

Wir dürfen uns nicht spalten lassen

Ein Kollege aus Nürnberg

Zur Forderung der 28-Stunden-Woche gehen die Meinungen auseinander, denn sie ist für die meisten erstmal nicht geeignet. "Trotzdem wir dürfen uns nicht spalten lassen, denn es kann gut sein, dass wir eine Arbeitszeitverkürzung auch mal brauchen." Überhaupt ist die Flexibilisierung in der Kritik. "Es geht immer nur nach oben, mit der Arbeitszeit." Viele sehen dass die Fronten zwischen unserer Gewerkschaft und dem Kapitalistenlager sehr verhärtet sind. Deshalb fragen sie: "Wie geht es weiter? Wann streiken wir richtig?"

Klagedrohung wird die Streikfront nur befeuern

Aus dem Radio erfahren wir, dass die Kapitalistenverbände jetzt gegen uns klagen wollen. Dass wird unsere Streikfront nur befeuern. Einige der Kollegen sind noch zu Hause geblieben oder haben sich Urlaub genommen, weil sie auf die „Vernunft der Unternehmer“ setzen. Das nächste Mal werden sie hoffentlich auch dabei sein. Denn wir brauchen keine Arbeitsbedingungen, wie im Osten, wo heute schon jeder zweite ohne Tarifvertrag arbeitet. Sondern der Osten braucht das gleiche wie im Westen.