Weitere Proteste

Erdogan raus aus Syrien!

In vielen Ländern der Welt demonstrierten am Wochenende Zehntausende gegen die Invasion des faschistischen türkischen Regimes in Efrin. Heute Abend wird in Gelsenkirchen (17.30 Uhr, Preuteplatz) eine ruhrgebietsweite Demonstration den Protest auf die Straße tragen.

Korrespondenzen / gis / ffz
Erdogan raus aus Syrien!
Auch in Amsterdam gab es Proteste gegen Erdogans Invasion, unterstützt von der ICOR Europa (rf-foto)

3.000 Menschen versammelten sich in Wien zu einer Protestdemonstration. Anders als in Deutschland  war das Tragen von Bildern des seit 1999 in der Türkei inhaftierten Führers der PKK, Abdullah Öcalan, kein Grund für die Polizei, die Demonstration zu behindern. Gegen mehrere Angriffe von Erdogan-Anhängern bildeten Ordner und Demonstranten Menschenketten zum Schutz der Demo.

 

Auch in Amsterdam demonstrierten am Samstag, 27. Januar, 3.000 Menschen ihre Solidarität mit dem kurdischen Befreiungskampf. Vieltausendfach ertönte der Protest gegen den Überfall der faschistischen Türkei auf Efrîn. Mittendrin ein beachtlicher Block des Rode Morgen, der ICOR-Organisation in den Niederlanden sowie der ICOR Europa mit Genossinnen und Genossen aus der Schweiz, aus Bulgarien, Russland, Deutschland, der Ukraine und Luxemburg.

 

In Bottrop versammelten sich am 25. Januar 200 Demonstrantinnen und Demonstranten, um gemeinsam gegen den türkischen Angriff auf Efrîn zu protestieren. Bereits vor Beginn der Kundgebung waren innerhalb von Minuten die Flugblätter der MLPD weitergewandert – besonders junge Kurden und Kurdinnen übernahmen völlig selbstverständlich das Verteilen. Ebenso erging es den Plakaten der Internationalistischen Liste/MLPD.

 

In Oberhausen hatte die Kundgebung am gleichen Tag auf dem Friedensplatz etwa 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Es folgte eine Demonstration durch die Altstadt, die - wieder zurück - am Friedensplatz beendet wurde.

Erster Erfolg der Proteste

Ein erster Erfolg der - seit Beginn der türkischen Aggression andauernden -  Proteste, ist  dass die deutsche Bundesregierung, die das faschistische Erdogan-Regime mit modernen Waffen wie Leopard-II-Panzern versorgt hat, von weiterer direkter logistischer Unterstützung erst einmal abrücken musste. Dieser Erfolg muss Ansporn sein, in den Protesten nicht nachzulassen und solange auf die Straße zu gehen, bis die Bundesregierung die Unterstützung der türkischen Regierung einstellt.

 

Aktuell stellt sich die Situation in Efrîn selbst so dar, dass das größte Nato-Landheer in Europa, die türkische Armee, nach wie vor kaum Bodengewinne in Efrîn macht. Die Volks- und Frauenverteidigungseinheiten (YPG/YPJ) sowie die Demokratischen Kräfte Syriens (SDF) verteidigen Efrîn mit allem Mut und aller Entschlossenheit gegen die faschistischen Besatzer.

SDF-Kräfte erfolgreich, aber opferreiche Luftangriffe

Dazu der Sprecher der YPG, Nouri Mahmoud, gegenüber ANF: "Efrîn ist in der Lage, sich selbst zu schützen. ... Gestern haben wir gesehen, dass Kinder, Geistliche, Frauen und Jugendliche aus Efrîn in den Straßen waren und bekundet haben, dass sie Efrîn mit all ihrer Kraft beschützen wollen. Ferner haben die Menschen gesagt, dass die türkische Autorität verstehen muss, dass es kein Unterschied zwischen Kobanê und Efrîn gibt und dass der Kampf und der Widerstand um Efrîn größer sein werden als in Kobanê."

 

Gleichzeitig verursachen die Luftangriffe der Türkei aufgrund ihrer Lufthoheit große Zerstörungen. Nach Angaben eines behandelnden Arztes wurden dabei gestern erneut 25 Zivilisten getötet.

MLPD protestiert gegen Polizeiübergriffe

Gegen die massive Einschränkung des Demonstrationsrechts und gegen die Polizeiübergriffe auf die Solidaritäts-Demonstration am Samstag in Köln protestiert die MLPD entschieden. In der heutigen Pressemitteilung heißt es:

 

"Bis zu 50.000 Menschen protestierten völlig friedlich in der Kölner Innenstadt gegen die militärische Invasion der türkischen Armee in Afrin/Nordsyrien. Demonstriert wurde dabei auch gegen die Zusammenarbeit der deutschen Regierung mit dem faschistischen Erdogan-Regime. Von Beginn an trat die Polizei äußerst aggressiv auf, kontrollierte einen Großteil der Demonstranten bis auf das Unterhemd.

 

Sie traktierte grundlos und wahllos Teilnehmer, darunter Frauen, Kinder und Ältere mit Schlagstöcken. Der Demonstrationszug wurde mehrmals gestoppt, die geplante Abschlusskundgebung unmöglich gemacht und die Demonstration aufgelöst. Viele Teilnehmer erklärten, dass die Polizei um jeden Preis eine Eskalation herbeiführen wollte. Das gelang ihr nicht. Zu keinem Zeitpunkt ging eine Provokation von den Teilnehmern aus. Die Demonstration wurde sehr diszipliniert durchgeführt."