Tarifrunde

Erfolgreicher Auftakt der 24-Stunden-Warnstreiks

Die 24-Stunden-Warnstreiks der IG Metall sind gestern erfolgreich gestartet.

Von gp
Erfolgreicher Auftakt der 24-Stunden-Warnstreiks
Vieler Orts - wie hier bei Siemens in Kemnath stehen die Streikzelte (rf-foto)

In über 80 Betrieben haben sich rund 68.000 Beschäftigte an den Warnstreiks beteiligt. Zurecht stößt das provokative Angebot von gerade mal 3,7 Prozent für eine Erhöhung der Löhne/Gehälter bei einer Laufzeit von 27 Monaten auf große Empörung. „Das sind gerade mal 1,5 Prozent mehr Lohn, die sind wohl nicht ganz dicht!“ - so ein Kollege von Ford.

Endlich mal streiken

Kollege bei Bosch in Feuerbach

Von Bosch in Feuerbach berichtet ein Korrespondent: „Zum Streikauftakt in Stuttgart versammelten sich 400 bis 500 Kollegen der Spät- und Nachtschicht am Tor 1 bei Bosch Feuerbach. Trotz strömenden Regen war die Stimmung top. Die IG Metall hatte den Auftakt gut organisiert mit mehreren großen Zelten, Essen und Trinken. Die Nachtschicht stand still. Alle Beteiligten waren stolz und begeistert, 'endlich mal streiken'. ... Mittendrin die Genossinnen und Genossen der MLPD, die von den Kollegen herzlich mit der Solidaritätserklärung der MLPD Stuttgart-Sindelfingen in ihre Mitte genommen wurden. Zwei IG Metall-Betriebsräte meinten, die MLPDler gehörten nicht dazu, sie sollten gehen. Das ließen Kollegen nicht zu und deckten die Genossen mit IG-Metall-Schals ein: 'So, jetzt gehört ihr dazu.' Es wurden 200 Flugblätter der Serie „Tarifrunde aktuell“ verteilt. Eine Kernfrage war: 'Wie können wir uns besser organisieren?' 'Wie verhindern wir einen faulen Kompromiss?' Ein Kollege gab der MLPD seine Adresse.“

Essen: Stimmungsvoll in den 24-Stunden-Warnstreik

Ein Korrespondent aus Essen schreibt: „'Still loving solidarity' - mit diesem Banner, stimmungsvollen Rauchbomben und Bengalos eröffnete die Gewerkschaftsjugend kämpferisch den 24-Stunden-Warnstreik bei Widia in Essen. Beim Auftakt im gut gefüllten Streikzelt betonten die Redner die aktive Beteiligung der Vertrauensleute, ohne die diese Streikorganisation nicht zu stemmen gewesen wäre. Kollegen erzählen: Es gilt die Losung: 'Streikzeit ist Arbeitszeit', alle Tore sind besetzt, und in der Nachtschicht war nur die Notbesetzung von drei Leuten im Betrieb. Die Kollegen wurden aufgerufen, die kommende Schicht bei Schichtwechsel in Empfang zu nehmen.“ Die Streikenden erhielten Solidaritätserklärungen von der MLPD, deren Flugblatt „Tarifrunde4“ sehr gut genommen wurde, Linkspartei und SDAJ. Auch das Internationalistische Bündnis in Essen und Mülheim überbrachte solidarische Grüße.

 

In Viersen/NRW scheiterte der Versuch der Firma Otto Fuchs Dülken, vor dem Arbeitsgericht in Krefeld mit einer einstweiligen Verfügung den 24-Stunden-Warnstreik verbieten zu lassen - wegen angeblicher Unverhältnismäßigkeit und Rechtswidrigkeit.

 

In einer Pressemitteilung der MLPD von gestern heißt es: „Die MLPD begrüßt die 24-Stunden-Streiks der IG Metall für höhere Löhne und Arbeitszeitverkürzung. Die MLPD tritt für den gemeinsamen Kampf der Arbeiter, egal welcher Nationalität, gegen die Metall-Konzerne und die Regierung ein. ...

 

Sie steht konsequent für Gewerkschaften als Kampforganisationen der Arbeiterinnen und Arbeiter und lehnt jeden faulen Kompromiss ab. Die Betriebsgruppen der MLPD in der Metallindustrie beteiligen sich aktiv an der vollen Entfaltung der gewerkschaftlichen Kampfkraft und an selbstständigen Initiativen in den Betrieben für die volle Durchsetzung der aufgestellten Forderungen. ... Die 24-Stunden-Streiks müssen der Auftakt dafür sein, jetzt die Urabstimmung einzuleiten und einen unbefristeten Vollstreik zu organisieren.“

 

Heute werden unter anderem die Ford-Werke in Köln und Autozulieferer in Baden Württemberg bestreikt.