Zuwara / Libyen

Flüchtlingsboot kentert vor Libyen

Ein Flüchtlingsboot ist gestern vor der libyschen Küste gekentert.

Korrespondenz

Laut IOM (Internationale Organisation für Migration) haben 90 Menschen ihr Leben verloren. Zehn Leichen wurden bisher an die libysche Küste bei Zuwara gespült. Die auf dieser Route verwendeten oft maßlos überfüllten Schlauchboote sind für eine so große Anzahl an Menschen nicht ausgelegt und kentern oft.

 

Immer mehr Flüchtlinge versuchen wieder, über das Mittelmeer Europa zu erreichen. Allein in den vergangenen Tagen seit Ende Januar kamen mehr als 6600 Migranten über den Seeweg nach Europa - das sind mehr als im Vorjahreszeitraum. Berichten von Menschenrechtsorganisationen zufolge arbeiten Mitglieder der libyschen Küstenwache mit Schleppern Hand in Hand.

 

Jetzt fliehen sogar Menschen aus Libyen, die schon lange dort gelebt hatten, u.a. viele Pakistaner. Sie hatten in den Ölraffinierein gearbeitet. Angesichts der sich ständig noch mehr verschlechternden Lebensverhältnisse, politischer Unterdrückung und Bandenkriegen verlassen sie Libyen. Dazu kommen Migranten aus der ganzen Welt, sogar aus Bangladesch.

 

Die ultrareaktionäre Flüchtlingsplitik der EU schottet die Festung Europa weiter ab. Zudem prüft die International Maritim Organisation (IMO) aktuell, ob die libysche Such- und Rettungszone (SAR-Zone) auf See bis zu 70 Meilen ausgeweitet wird. Das würde bedeuten, dass Rettungsaktionen, die bisher von Italien durchgeführt wurden, ausbleiben.

 

Dort bekriegen sich zur Zeit verschiedene Milizen um die Kontrolle der Küstenregion, vorallem westlich von Tripolis. Der geplante Schritt der IMO würde die Situation auf dem Mittelmeer, noch dramatischer machen. Das Recht auf Flucht erkämpfen! Gegen das Sterben im Mittelmeer!