Nichtübernbahme

Frauenförderung bei Ford – so sieht die Praxis aus

„Die Kölner Ford-Werke sagen in einer Betriebsvereinbarung die Übernahme aller zunächst befristet eingestellten Jungfacharbeiter zu. In der Praxis fallen immer einige durch das Raster – weil sie zu oft krank waren, abgemahnt wurden usw.“, das schreibt der Solikreis „Alle heißt Alle“ bei Ford Köln einleitend. Weiter heißt es:

Von Solikreis „Alle heißt Alle“

Anfang dieses Jahres machte sich in der Belegschaft deutlicher Unmut breit. Denn gleich drei junge Frauen sollten nicht übernommen werden. Eine von ihnen, Katrin Papke, setzte sich seit Jahren mutig für die Belange ihrer Kolleginnen und Kollegen ein, z.B. für eine gründlichere Berufsausbildung. Sie meldete sich bei Betriebsversammlungen zu Wort und engagierte sich unter anderem in der IG Metall.

Grund für Nichtübernahme nicht "zu lange Fehlzeiten"

Deshalb sind sich viele Ford-Beschäftigte sicher, dass der eigentliche Grund für ihre Nichtübernahme nicht in „zu langen Fehlzeiten“, wie Ford behauptet, sondern hier zu suchen ist. ... Mehrere Kolleginnen und Kollegen riefen den Solidaritätskreis „Alle heißt Alle“ ins Leben und starteten eine Unterschriftensammlung. ...

 

Trotz dieser Aktionen blieb die Geschäftsleitung von Ford bei ihrer Entscheidung und entließ zuletzt auch Katrin Papke neben einer zweiten Jungfacharbeiterin in die Arbeitslosigkeit. Die dritte bekam nur einen weiteren Jahresvertrag. Am Sonntag, 21. Januar, traf der Solidaritätskreis sich erneut, um zu beraten, was nun zu tun ist.

 

Die Unterschriftensammlung soll weiter geführt werden. Die Solidarität auch bundesweit organisiert werden, weil es sich nach Auffassung des Solidaritätskreises um einen Skandal von überregionaler Bedeutung handelt. Katrin Papke will auch für ihre Wiedereinstellung klagen.