Indien

Mahatma Gandhi vor 70 Jahren ermordet

Gestern vor 70 Jahren, am 30. Januar 1948, wurde Mahatma Gandhi von Hindufaschisten erschossen. Er wird als "Symbolfigur des gewaltlosen Widerstands“ hochgejubelt. Insbesondere der Jugend wird er als Vorbild gepredigt, um sie vom revolutionären Befreiungskampf abzuhalten.

Von hi

Die fortschrittliche Schriftstellerin Arundhati Roy hat in einem Vortrag an der Universität von Kerala kräftig am Lack dieses "Helden" gekratzt. Die Neue Züricher Zeitung berichtete:

Menschen aufgrund ihrer Kaste herablassend behandelt

"Das allgemeine Bild von Gandhi sei eine Lüge, verkündete die Autorin. Gandhi habe Menschen aufgrund ihrer Kaste herablassend behandelt. 'Es ist Zeit, einige Wahrheiten zu enthüllen über eine Person, deren Doktrin des gewaltlosen Widerstands auf Akzeptanz eines der brutalsten Gesellschaftssysteme basierte: des Kastensystems.' So habe Gandhi 1936 vorgeschlagen, die Angehörigen der Kaste Bhangi – sie beseitigen mit der Hand Fäkalien - sollten die Ausscheidungen doch als Dünger nutzen. Durch solche Aussagen habe Gandhi die Hierarchien des Kastenwesens verstärkt. In seiner Zeit in Südafrika habe Gandhi schwarze Gefangene als unzivilisierte ‚Kaffer‘ bezeichnet. Roy fordert deshalb, die Mahatma-Gandhi-Institutionen in Indien umzubenennen.“

Er verriet die antiimperialistische und antifeudale Revolution

Der Revolutionäre Weg 25 "Der Neokolonialismus und die Veränderungen im nationalen Befreiungskampf" charakterisierte die Rolle Gandhis:
„Im nationalreformistischen Flügel (es gab auch einen nationalrevolutionären, d. Verf.) erwies sich Gandhi als bedeutendster nationaler Führer. Er beherrschte die Kunst, die Massenbewegung gerade so weit wie nötig zu entfesseln, um zu einem erfolgreichen Geschäftsabschluss mit dem britischen Imperialismus zu gelangen. Damit verriet er aber die antiimperialistische und antifeudale Revolution. 

... Im Jahr 1947 erlangte Indiens Bourgeoisie auf dem Rücken der Millionen Bauern und Arbeiter die staatliche Unabhängigkeit. Die breiten Massen des indischen Volkes hingegen wurden immer tiefer in den Abgrund des sozialen Elends gestoßen.“ (Auszüge S. 23 bis 26)