Zaragoza

Protest der Arbeiter von Opel Zaragoza gegen Erpressung durch PSA/Opel

Am 24. Januar verkündete die Geschäftsleitung von Opel in Zaragoza der Belegschaft ihr Gegenprogramm zu den Forderungen nach Lohnerhöhung bei den laufenden Tarifverhandlungen: Drei Jahre keine Lohnerhöhung, dann noch zwei Jahre nur 50% der Inflationsrate; flexible Möglichkeit zu 18 Schichten pro Woche. Kürzung der Zulagen, teilweise bis auf Null; Verkürzung von Pausen und einige weitere Punkte.

Korrespondenz aus Eisenach
Protest der Arbeiter von Opel Zaragoza gegen Erpressung durch PSA/Opel
Arbeiter bei Opel Zaragoza

Das war verbunden mit der Erpressung, dass der Corsa aus Zaragoza abgezogen wird und keine neuen Investitionen kommen sollen, wenn dieses Programm nicht akzeptiert würde.

 

Am nächsten Morgen zog die Frühschicht in der Mittagspause fast geschlossen zu einer Protestkundgebung vor das Tor. Die Gewerkschaften im Werk Vigo (Nordwest-Spanien) erklärten sich solidarisch und dass sie nicht in einen Unterbietungswettbewerb eintreten würden. Dieses Werk sollte den Corsa bauen, wenn er aus Zaragoza abgezogen würde.

 

Über das Wochenende hat die Geschäftsleitung mit den Gewerkschaften in Zaragoza verhandelt. Die drei größten der fünf Gewerkschaften akzeptieren das Erpressungsprogramm offenbar, die beiden kleineren, CGT und Osta, sind strikt dagegen.

 

In Deutschland hat die Kollegenzeitung Blitz die Erpressung und den Protest der Belegschaft bekannt gemacht und zur Solidarität aufgerufen. Als Handy-Foto gelangte der Blitz auch nach Zaragoza und wurde noch am gleichen Tag auch dort in der Belegschaft verbreitet als Zeichen, dass die internationale Zusammenarbeit der Belegschaften funktionieren kann.

 

Die Abstimmung der Belegschaft ergab bei fast 5000 Teilnehmern eine Zustimmung von 59% und Ablehnung von 41%. Die Kollegen von der CGT in Spanien schreiben, dass  die 41% NEIN-Stimmen gegen ein Trommelfeuer von Unternehmensleitung, drei großen Gewerkschaften, sämtlichen Politikern, der gesamten regionalen und nationalen Presse sowie Fernsehen abgegeben wurden. "Es bleibt ein bittersüßer Nachgeschmack, wir werden weiter kämpfen."

 

Es ist eine Niederlage der Werksleitung, die vorher schon verkündet hatte, sie habe die Zustimmung der Gewerkschaften, die 75% der Belegschaft repräsentieren. Mit Erpressern verhandelt man nicht, damit eine Belegschaft erst gar nicht in die unmögliche Lage kommt, über eine Erpressung abzustimmen!