Leipzig

24-Stunden-Streiks bei BMW

Zum ersten mal seit Bestehen des Werks streikten die Kollegen der Spätschicht am Freitag, dem 2. Februar 2018, und die Frühschicht am Sonnabend. Die Produktion stand still.

Korrespondenz

Die Zulieferbetriebe standen ebenfalls still. Darauf waren die Kollegen stolz. Es geschafft zu haben, dass sie selbst bestimmen, ob produziert wird oder nicht. Dass sie selbst kämpfen müssen zur Durchsetzung ihrer Forderungen, die Unternehmer keine andere Sprache verstehen. Stolz über diese Organisiertheit, weil das in vielen anderen Betrieben noch keine Selbstverständlichkeit ist, darauf wies die Frau eines Kollegen hin.

 

Am Sonnabend kamen viele Kollegen mit Familie. Nicht wenige nutzten das, um mal in Ruhe zu quatschen, sich auszutauschen, was sonst in der Schicht kaum möglich ist.

 

Die Rolle der Leiharbeiter war ebenfalls Thema. So haben diese zwar Zugeständnisse in der Angleichung der Löhne erhalten, doch vom Prinzip hat sich nichts geändert. Wenn die Produktion bei  BMW - wie im Krisenjahr 2008 - nicht mehr so gut läuft, dann werden diese abgemeldet. So sollen die Festangestellten mit der Spaltung versöhnt werden, dass es dann "nur" die Leiharbeiter trifft.

 

Freundlich und wie selbstverständlich wurden wir als Rote Fahne Magazin-Verkäufer und Verteiler von Flugblättern der MLPD begrüßt. Frei von der Leber erzählten die Kollegen und fragten uns so manches.

 

Dass nach wie vor die Spaltung zwischen Ost und West in der Arbeitszeit und bei den Löhnen existiert wurde heiß diskutiert. Doch auch wie es insgesamt weiter geht, wofür die MLPD steht und warum es einer starken Gewerkschaft als Kampforganisation bedarf und darüber hinaus auch einer revolutionären Arbeiterpartei. Das Faltblatt der MLPD wurde gerne genommen, einige kannten es schon und überlegen, sich damit tiefer zu beschäftigen.