Cottbus

Ein Brennpunkt der Auseinandersetzung mit Rassismus und Neofaschismus

Mehr als 1500 Menschen beteiligten sich am Samstag, dem 3. Februar 2018, an einer antifaschistischen Demonstration, organisiert von dem Bündnis „Cottbus Nazifrei“ und Flüchtlingen aus Syrien, Afghanistan und dem Libanon.

Korrespondenz aus Berlin

Viele Familien nahmen mit ihren Kindern teil. Es beteiligten sich auch viele Studierende, Schüler, Mitglieder der Linkspartei, der SPD, der GRÜNEN, der DKP, Mitglieder und neue Freunde der MLPD. Auch Antifaschisten aus Lübbenau, Hoyerswerda und Berlin.

 

In Cottbus hat sich in den letzten Monaten die gesellschaftliche Polarisierung in der Flüchtlingsfrage besonders verschärft. AfD und NPD machen unter dem Deckmantel des Vereins „Zukunft Heimat“ Stimmung gegen Flüchtlinge und eine angeblich drohende „Islamisierung Deutschlands“. Cottbus gilt in Brandenburg als Hochburg der rechten Szene. Die AfD hat dort bei den Bundestagswahlen die meisten Zweitstimmen erhalten.

 

Nach mehreren, teilweise gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen jungen Flüchtlingen und Deutschen haben die rechten Kräfte dies zum Anlass genommen, eine breite Hetzkampagne gegen Flüchtlinge zu organisieren.

 

Verschiedene Redner auf der Demo sprachen sich für ein Bleiberecht der Flüchtlinge und ein Nachzugsrecht für Familienangehörige aus. Auch der völkerrechtswidrige Angriff des Erdogan-Regimes auf Efrîn war ein Thema. Plakate des Internationalistischen Bündnisses „Verbot aller faschistischen Organisationen“, „Hoch die internationale Solidarität“ und „Gleiche Rechte für Migranten und Deutsche“ fanden Beachtung und wurden viel fotografiert.

 

Genossinnen der MLPD verbreiteten das Rote Fahne Magazin, das Programm der MLPD, die Broschüre zur AfD als Wegbereiter des Faschismus in vielen Gesprächen.  Einige Teilnehmer trugen sich in die Listen des Internationalistischen Bündnisses ein.

 

Fast zeitgleich fand in der Nähe eine Kundgebung des rechten Vereins „Zukunft Heimat“ statt, zu der von der AfD, Pegida und der NPD weit über Cottbus und Brandenburg hinaus mobilisiert wurde. Daran nahmen 3000 Menschen teil. Die antifaschistische  Demonstration war ein positiver Schritt, dem entgegenzutreten und die Gemeinsamkeit und Solidarität zu stärken. Kritisieren muss man jedoch das von dem Bündnis „Cottbus Nazifrei“ beschlossene Verbot von Parteifahnen.