Villingen-Schwenningen

Villingen-Schwenningen

Erfahrung mit Zentralisierung von Kliniken

Im Sommer 2013 wurde in Villingen-Schwenningen das neu gebaute Zentralklinikum Schwarzwald-Baar eröffnet. Das Klinikum hat 750 Betten und insgesamt ca. 2000 Beschäftigte. Es ist das Ergebnis der Zusammenlegung der Kliniken von Villingen und Schwenningen.

Korrespondenz

Pflegepersonal ausgedünnt

Das Pflegepersonal wurde im Vorfeld der Fusion ausgedünnt. Argumentiert wurde mit den sogenannten Synergieeffekten: Wenn alles an einem Ort konzentriert ist, benötigt man auch nicht mehr so viel Personal. Für einen Teil des Personals bedeutet dieses Zentralklinikum einen längeren Anfahrtsweg, notwendigerweise oft mit dem Auto wegen Schichtarbeit, bei beschränkter Parkplatzkapazität. Der Druck auf das Personal ist wie in allen Kliniken sehr groß.

 

Eine Pflegerin erläutert: „Auf den Normalstationen betreut eine Pflegekraft tagsüber 12 bis 18 Patienten; in der Nacht von ca. 1.00 – 6.30 Uhr bis zu 36 Patienten bei 100% Belegung der Betten. Das ist eine Folge des ständigen Abbaus von Pflegekräften in früheren Jahren.“

Überzeugungsarbeit für gemeinsamen Kampf

Für den Kampf um mehr Pflegekräfte versucht die Gewerkschaft ver.di, die Beschäftigten zu gewinnen und zu organisieren. Das ist noch ziemlich schwierig, weil vor allem den Pflegekräften ständig eingeredet wird, dass sie ja für die Patienten da seien. Jeder Arbeitskampf schade deshalb den Patienten. Auf den Stationen die Einheit unter den Pflegekräften herzustellen ist wegen der unterschiedlichen und wechselnden Arbeitszeiten ebenfalls schwierig.

Wohnortnahe Krankenhäuser erhalten

Für viele Kranke wird keine umfassende medizinische Behandlung benötigt- Deshalb wäre es im Sinne der Patienten und ihrer Angehörigen, dass für die medizinische Erstversorgung wohnortnahe Krankenhäuser bestehen bleiben. Zentrale und jeweils spezialisierte Kliniken sind für größere Regionen sinnvoll. Eine solche Konzeption widerspricht aber der Profitorientierung des Gesundheitswesens. Doch davon dürfen wir uns nicht leiten lassen. Es ist die Aufgabe aller Werktätigen, sich für eine bessere Pflegesituation in Krankenhäusern und für wohnortnahe Krankenhäuser einzusetzen.