Atomkraftwerke

Gefährlichkeit des Reaktors Tihange 1 verheimlicht

Der Schrottreaktor Tihange 2 nahe der deutsch-belgischen Grenze galt bisher als das gefährlichste der belgischen Alt-Atomkraftwerke wegen Tausender von Haarrisse im Reaktor.

Von gb

Nach Recherchen des ARD-Politmagazins Monitor ist der Reaktor Tihange 1 noch viel gefährlicher, was bisher von Betreiber und Behörden verheimlicht wurde. Von 14 sogenannten Precursor-Ereignissen in den belgischen AKWs zwischen 2013 und 2015 entfielen 8 auf Tihange 1. Precursor-Ereignisse sind Störfälle von besonderer Tragweite, da sie das Potenzial zu einem Super-GAU enthalten.

 

Die Forderung nach sofortiger Abschaltung der Reaktoren in Tihange ist natürlich richtig, greift aber noch viel zu kurz. Es gibt kein einziges AKW auf dieser Welt ohne Risiko eines Super-GAU, deswegen ist die Forderung nach der sofortigen Stilllegung aller Atomanlagen weltweit weiterhin dringlich.

 

Aus der deutschen Brennstab-Fabrik in Lingen werden die Reaktoren in Tihange mit Uran-Brennstäben beliefert - mit Exportgenehmigung des Umweltministeriums unter Barbara Hendrichs (SPD). Auch beim sogenannten deutschen "Atomausstieg" bis 2022 wird unterschlagen, dass Urananreicherung in Gronau, der Brennstab-Fabrik Lingen und Versuchsreaktoren weiter laufen sollen.