Montags-Demonstrationen für Efrîn

Wichtige Schritte zur Einheit der Solidaritätsbewegung

Ein palästinensischer Jugendlicher sprach auf der Solidaritätsdemonstration für Efrîn in Herne.

Korrespondenzen / gis
Wichtige Schritte zur Einheit der Solidaritätsbewegung
Montagsdemo einig gegen Groko und Erdogan (rf-foto)

Am Montag, dem 5. Februar 2018, demonstrierten in Herne 150 Menschen ihre Solidarität für Efrîn. "Hallo Herne" berichtete.

Positives Signal

Unbedingt sprechen wollte auch ein palästinensischer Jugendlicher. Er brachte seine Solidarität mit dem Befreiungskampf des kurdischen Volkes zum Ausdruck. Scharf attackierte er den türkischen Diktator Erdogan. Kurdische Freundinnen und Freunde trugen Schilder der MLPD "Freiheit für Kurdistan und Palästina". Das war ein positives Signal gegen eine Spaltung zwischen kurdischen und arabischen Menschen, die von Erdogan und anderen Reaktionären betrieben wird. Wir leisteten auf der Montagsdemo auch Überzeugungsarbeit, dass alle Ausgebeuteten und Unterdrückten, egal aus welchem Volk, gemeinsam gegen die Imperialisten kämpfen müssen und sich nicht spalten lassen dürfen.

GroKo-Politik betrifft alle - egal welcher Nationalität

Die 660. Montagsdemo in Gelsenkirchen wuchs von 200 auf fast 700 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Am offenen Mikrofon stand anfangs die Regierungsbildung im Mittelpunkt. Die Auswirkungen betreffen die in Deutschland lebenden Menschen egal welcher Nationalität. Deshalb war es richtig, dass viele kurdische Menschen sich im Interesse der internationalen Solidarität und für den Weltfrieden wieder beteiligten. Stefan Engel (MLPD) und Thomas Kistermann bekamen als Moderatoren Unterstützung von Yilmaz Gültekin vom Demokratischen Gesellschaftszentrum der KurdInnen in Deutschland (NAV-DEM). Verschiedene Freunde sorgten für Übersetzung, auch der Ordnerdienst war gemeinsam organisiert. Am offenen Mikrofon gab es klare Kante gegen die große Koalition ... Stefan Engel nahm unter die Lupe, was die Koalitionsverhandlungen zur Außenpolitik aussagen – nämlich fast nichts! „Aber nach wie vor unterstützt die Bundesregierung die Türkei und hält am Plan fest, sie in die EU aufzunehmen. Nach wie vor ist die BRD mit der Türkei gemeinsam in der Nato und fliegt mit AWACS-Flugzeugen für die Kriegspolitik von Erdogan ... Ein Dank der Montagsdemo ging an die besonnenen Kollegen der Gelsenkirchener Polizei, die den Schutz vor den türkischen Nationalisten und Faschisten gewährleistete ... Fazit eines kurdischen Montagsdemonstranten: „Die Völker müssen besser zusammenwachsen.“

DGB-Kreisverband solidarisch mit Efrîn

"Bisher herrschte in der nordsyrischen Provinz Efrîn Frieden, die Region war Zufluchtsort für Flüchtlinge. Jetzt bombardiert die Türkei und marschiert mit deutschen Leopard-2-Panzern ein“, so der DGB-Kreisverband Celle in einer Pressemitteilung. Nachdem der IS aus Rojava vertrieben werden konnte, wird in der Region eine demokratische Selbstverwaltung unter Einbeziehung aller ethnischen und religiösen Gruppen aufgebaut. Schon länger unterstützt der DGB-Kreisverband Celle nach eigenen Angaben politisch und materiell die Idee von Selbstorganisation und Gleichberechtigung als Alternative zu bisherigen Herrschaftsstrukturen. Er fordert u.a.: "Türkische Truppen und ihre Hilfstruppen raus aus Syrien!“

Größte Montagsdemo seit Jahren

Montagsdemonstranten besuchten in Halle in den letzten Tagen immer wieder die zahlreichen Protestaktionen der kurdischen Gemeinde und luden sie zur Montagsdemo ein. Am Montag fand dann mit rund 100 Teilnehmern eine der größten Montagsdemos der letzten Jahre statt. Das Transparent der MLPD wurde gegen Polizeiübergriffe verteidigt. In deutschen und kurdischen Redebeiträgen kam neben der Wut auf die Politik der türkischen und deutschen Regierung auch die Zuversicht zum Ausdruck, dass die Solidarität der einfachen Menschen auf der ganzen Welt stärker ist als die faschistischen Unterdrücker!

MLPD Fahnen verteidigt

Von einer Demonstration in Leipzig wurde berichtet: Zu Beginn gab es von einigen deutschen Teilnehmern Kritik am Entrollen der MLPD-Fahne. Wir würden die Unkenntnis der Kurden ausnutzen. Von wegen: Sofort nahm ein Kurde die Fahne in die Hand und sagte, dass er auch Kommunist sei. Die MLPD hat, so der kurdische Aktivist, eine anerkannte Stellung unter den Kurden - nicht nur in Leipzig. Die Fahne wechselte während der ganzen Demo immer wieder die Träger.