Kasachstan

ArcelorMittal greift gewerkschaftliche Solidarität an

Rund 700 Arbeiterinnen und Arbeiter hatten vom 11. bis 15. Dezember 2017 in acht Kohlegruben von ArcelorMittal in Kasachstan unter Tage gestreikt. Sie forderten eine Lohnerhöhung von 100 Prozent, Vorruhestand und bessere Arbeitsbedingungen.

Von gp

Das Management von ArcelorMittal Temirtau stimmte einer Lohnerhöhung von 30 Prozent für alle Untertagearbeiter zu und sagte auch Lohnerhöhungen für die Übertage-Arbeiter zu. Außerdem erklärte ArcelorMittal in einem Schreiben an die Staatsanwaltschaft, dass das Unternehmen die Streikenden nicht maßregeln werde.

 

Nach Angaben der Bergarbeitergewerkschaft Korgau wurden aber vier Bergarbeiter mit befristeten Arbeitsverträgen unmittelbar nach dem Streik entlassen. Außerdem wurde die Metallurgische Gewerkschaft Zhaktau, die der Gewerkschaft der Berg- und Hüttenarbeiter der Republik Kasachstan angehört, am 13. Februar angeklagt.

 

ArcelorMital beschuldigt die Gewerkschaft, mit Solidaritätsaktionen die Verhandlungen zwischen Unternehmer und Beschäftigten behindert zu haben. Gegen die Vorsitzenden der Schutzorganisation Miner's Family sowie die Metallurgical Workers Union Zhaktau und die Industrial Trade Union of Fuel and Energy Sector Employees hat ArcelorMital ebenfalls geklagt.

 

Der Vorsitzende der Hüttengewerkschaft Zhaktau, Viktor Shchetinin, sagte: "Unsere Gewerkschaft vertritt Arbeitnehmer der Stahlabteilung von ArcelorMittal Temirtau. Das Unternehmen will uns für die moralische Unterstützung unserer Kollegen bestrafen, für die Tatsache, dass wir einmal Demonstranten Essen brachten. Dies ist das erste Mal, dass ein Unternehmen eine Gewerkschaft wegen Gewerkschaftssolidarität verklagt. "