Stuttgart

Daimler-Chef Zetsche sieht faschistoide Zentrum-Gruppe „mit Sorge“

Nach immer neuen Veröffentlichungen und Enthüllungen über Neofaschisten in der Führung von „Zentrum Automobil“ musste sich auch Daimler-Chef Dieter Zetsche zu Wort melden: „Wir verfolgen diese Entwicklung mit Sorge, das lässt uns nicht kalt“.

Von wb

Dabei existiert diese Organisation seit 2009 im Daimler-Stammwerk Untertürkheim. In ihrer Gründungszeit gab es einen breiten antifaschistischen Widerstand seitens der IG Metall-Vertrauensleute, -Betriebsräte und in der Belegschaft.

 

Unter Führung von Oliver Hilburger, früheres Mitglied der Nazi-Band „Noie Werte“, versucht das Zentrum eine Massenbasis zu gewinnen. Tatsächlich wollen sie die Gewerkschaften und linke, marxistisch-leninistische Kräfte zum Hauptfeind zu machen - und das spielt vor allem Daimler in die Karten.

 

Die MLPD stellte in einem Artikel in der Roten Fahne Nr. 17 im Jahr 2014 fest: „Ihre Aktivitäten (Zentrum – d. Verf.) werden zumindest in Stuttgart vom Daimler-Management bewusst zugelassen und gefördert".

 

Wenn Zetsche sich jetzt kritisch gibt, dann aus Sorge um das ohnehin stark ramponierte Ansehen von Daimler. Zugleich betonte er, dass seine Einflussmöglichkeiten begrenzt seien. Dem "Zentrum" gesteht er Meinungsfreiheit zu. Aber Faschismus ist keine Meinung, sondern eine durch und durch verbrecherische Weltanschauung und Politik.

 

In einer SWR-Reportage wurde aufgedeckt, dass das Zentrums-Vorstandsmitglied Andreas Brandmeier per E-Mail ein Foto mit Hakenkreuz und Hitler-Gruß verschickt hat. In einem Video auf der Zentrums-Homepage wird in rassistischer Weise gegen Flüchtlinge und Migranten gehetzt. Allein das wären für Daimler Gründe genug, die Kandidatur von „Zentrum Automobil“ bei den bevorstehenden Betriebsratswahlen gerichtlich anzufechten.

 

Konsequenter antifaschistischer Widerstand muss von unten kommen. Der Wahlkampf muss genutzt werden, um "Zentrum" als Pilotprojekt zu entlarven, den Faschismus in den Betrieben salonfähig zu machen. Es gilt gemeinsam den Widerstand zu organisieren: Wehret den Anfängen!