Bochum

OFFENSIV: "Mogelpackung Tarifeinigung"

OFFENSIV, die Initiative für eine kämpferische gewerkschaftliche Betriebsratsarbeit bei Opel, hat gestern ein neues Flugblatt herausgegeben, das auch bereits im Zentrallager verteilt worden ist.

OFFENSIV
OFFENSIV: "Mogelpackung Tarifeinigung"
OFFENSIV-Mitglieder beim Protest 2014 in Bochum (rf-foto)

Unter der Überschrift "Mogelpackung Tarifeinigung" setzen sich die Flugblatt-Autor(inn)en mit dem geplanten Tarifvertrag für die Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie auseinander:

 

"Alle liegen sich zufrieden in den Ar­men ... na ja, zumindest die Herren von den Unternehmerverbänden!

 

Bei genauerem Hinsehen sollen Mil­lionen kämpferischer Metaller mit der sogenannten Einigung ruhig ge­stellt  werden: Die  überlange Lauf­zeit  von 27 Monaten fällt jedem sofort ins Auge. Der faule Kompromiss: Nun kann der Arbeitgeber auch auf weit über 35 Stunden ausdehnen! Das konnte er zwar zuvor  auch, aber nur bei 18 Prozent der Belegschaft! Jetzt kann er das auf 50 Prozent der Mannschaft an­wenden.

 

Teilzeitarbeit kann nun durch das längere Arbeiten anderer Kollegen kompensiert werden! Da bei den Teilzeitverträgen der finanzi­elle Verlust von den teils eingeschränkten Kollegen selbst getragen wird, ist die damit einhergehende Arbeits­zeitverlängerung quasi für lau. So­mit geht die geplante Flexibilisie­rung doch wieder nur nach oben! Nix mit realer Arbeitszeitverkürzung, nix mit 'die Arbeit muss auf mehreren Schultern verteilt werden'! Besonders die Jugend und Jung­facharbeiter werden nun die Haupt­lasten tragen müssen.

 

In Sachen tariflicher Wochenar­beitszeit gibt es  für wenige (zeitlich begrenzt) die Möglichkeit einer verkürzten Arbeitszeit, die allermeisten jedoch können zu längerer Arbeit verpflichtet werden! Es wird noch ekeliger: Neuverträge mit (sowieso) niedrigeren Löhnen und hoher Wochenarbeitszeit winken! Und dafür musste der Tarifvertrag geöffnet werden!? Mehr war nicht drin? Dafür sind wir nicht rausgegangen!"