Parkland-Massaker

Parkland-Massaker

Amerikas Jugend rebelliert - gegen faschistische Attentate, Waffenindustrie und Donald Trump

Am 14. Februar erschoss der 19-jährige Niklas C. an seiner ehemaligen Schule, der Marjory Stoneman High School in Parkland (Florida), 14 Schüler und drei Lehrer mit seinem Schnellfeuergewehr.

Von ga
Amerikas Jugend rebelliert - gegen faschistische Attentate, Waffenindustrie und Donald Trump
Protest am 20. Februar in Tallahassee (Foto: Screenshot Youtube-Video)

Seitdem weht ein Sturm der Entrüstung über das ganze Land, wie so etwas schon wieder geschehen konnte. Wütend erheben Jugendliche in sozialen Netzwerken und auf Demonstrationen ihre Stimme: „Never Again!“ („Nie Wieder!“)

Faschistisches Attentat

Wie so oft wird der politische Hintergrund dieser Tat in den bürgerlichen Medien verschleiert, wenn vom "Amoklauf eines geistig Gestörten" die Rede ist. Der Täter ist Waffennarr und Fan des ultrareaktionären, faschistoiden US-Präsidenten Donald Trump. Ein Instagram-Foto zeigt auf seinem Basecap die Aufschrift mit Trumps nationalistischer Losung: „Make America Great Again“. Er steht der rassistischen, faschistischen Miliz „Republic of Florida“ (ROF) nahe, die sich selbst als "bewaffneten Arm der provisorischen Regierung der Republik von Florida" bezeichnet.

Auch beim Climate March am 29.4.2017 gab es in Tallahassee Proteste gegen Trumps Politik (Foto: Edward Kimmel)
Auch beim Climate March am 29.4.2017 gab es in Tallahassee Proteste gegen Trumps Politik (Foto: Edward Kimmel)

In Kürze:

  • 14 Schüler und drei Lehrer wurden Opfer des faschistischen Attentäters von Parkland
  • Tausende Schüler fordert nun schärfere Waffengesetze
  • Wichtigste Konsequenz muss aber das konsequente Vorgehen gegen Faschisten und der Kampf gegen die ultrareaktionäre Politik der Trump-Regierung sein

Die wachsende Wut vieler Menschen und vor allem Jugendlicher richtet sich nicht nur gegen solche faschistischen Gruppierungen und ihre Förderung bzw. Duldung durch Trumps Regierung. Sondern auch gegen die einflussreiche Waffenlobby NRA, hinter der die US-Waffen- und Rüstungsindustrie steht. Nach einer aktuellen Umfrage sprechen sich fast zwei Drittel der befragten US-Bürger für eine Verschärfung der Waffengesetze aus.

Pervertierte Form des Waffengebrauchs

Das steht klar im Widerspruch zu dem über viele Medien verbreiteten Bild, unter den Massen in den USA seien viele, die unüberlegt Waffen horten und schnell zu ihnen greifen. Tatsächlich haben viele Waffenbesitzer in den letzten Tagen genau solche Schnellfeuergeräte, gegen die sich die Forderungen der Jugendlichen wenden, eigenhändig zerstört, wenn sie welche in ihrem Besitz hatten.

 

Man muss sich klar gegen die pervertierte Form des Waffenbesitzes und Waffengebrauchs positionieren, wie sie in dem faschistischen Massaker von Parkland zum Ausdruck kommt. Aber nicht kleinbürgerlich-pazifistisch gegen die historisch fortschrittliche Rolle der Volksbewaffnung.

Ich kann es mir nicht länger erlauben zu schweigen

Emma Gonzalez

Tausende Schüler haben am Dienstag in Floridas Hauptstadt Tallahassee für schärfere Waffengesetze demonstriert. An anderen Orten des Bundesstaates schlossen sich Schüler mit Unterrichtsboykott dem Protest an. Auch in der Bundeshauptstadt Washington D.C. zogen mehrere hundert Schüler vom Capitol zum Weißen Haus. Die Parkland-Überlebende Rachel Cantania sagte dem Sender CNN, sie und ihre Mitstreiter wollten so lange für ihre Forderungen kämpfen, bis sich etwas ändere.

"Marsch für unsere Leben"

Für den 24. März organisieren die jungen Aktivistinnen und Aktivisten in Washington einen „Marsch für unsere Leben“. Das ist eine Anspielung auf den alljährlich stattfindenden reaktionären „Marsch für Leben“, der sich gegen das Recht auf Schwangerschaftsabbruch richtet. Die 17-jährige Sofie dazu auf Facebook: “Wir marschieren für das Leben unserer Kinder, in der Vergangenheit, der Gegenwart, der Zukunft. Wir sind die Revolution. Schließ dich uns an.“

„Diese Teenager sind keine Schüler, sondern Schauspieler, die von Krise zu Krise reisen", hetzte ein Berater von Shawn Harrison, republikanischer Abgeordneter aus Florida, gegenüber Journalisten. Doch Emma Gonzalez, die das Massaker hat miterleben müssen und nun führend an der Organisierung der Proteste beteiligt ist, lässt sich nicht beirren: „Ich kann es mir nicht länger erlauben zu schweigen.“

"Wir werden etwas verändern"

Der 16-jährige Daniel Bishop: „Beim Amoklauf von Sandy Hook waren die Opfer Grundschüler und die Überlebenden zu jung, um für ihre Rechte zu kämpfen. ... Diesmal ist das anders. Wir werden etwas verändern.“ Mehr als 150.000 Schüler waren seit den Morden an der Grundschule Sandy Hook im Jahr 2012 Zeuge faschistischer Schul-Massaker. Jetzt nehmen sie ihre Sache selbst in die Hand – und erhalten Unterstützung von Eltern und Lehrern.

 

Während Trump anfangs scheinheilig um "Gebete" für die Opfer bat, gerät er nun zunehmend unter Druck. Öffentlichkeitswirksam lud er einige jugendliche Zeugen des Massakers ins Weiße Haus. Nur um dann auf völlig zahnlose Konsequenzen zu orientieren, wie z.B. bessere Hintergrundüberprüfungen bei Waffenkäufen aus. Trump selbst hatte den von Obama beim  Waffenkauf eingeführten Abgleich mit Krankenversicherungs-Unterlagen abgeschafft.

Faschistische Organisationen und Propaganda bekämpfen

Diese Regelung folgte allerdings selbst der These von den "psychisch kranken Einzeltätern" und lenkte völlig vom hauptsächlichen Zusammenhang zur faschistischen und zutiefst massenfeindlichen Gesinnung der Attentäter ab. Deshalb muss die hauptsächliche Schlussfolgerung auch der Kampf für das Verbot aller faschistischen Organisationen und ihrer Propaganda sein, wie es die MLPD auch für Deutschland fordert. Er muss sich zugleich gegen die ultrareaktionäre, faschistoide Trump-Regierung richten, die engstens mit der Waffen- und Rüstungsindustrie verquickt ist und faschistische Kräfte fördert bzw. duldet.

 

Es ist großartig, dass in den USA eine Schülerbewegung die Rebellion der Jugend stärkt. Sie kann und muss mit den zahlreichen anderen Protestbewegungen - der Antifaschisten, der Umweltschützer, der Frauen, der Migranten usw. - zusammenwachsen. Und es gilt, die revolutionären und marxistisch-leninistischen Kräfte in den USA zu stärken.