Syrien - Efrîn

"Die internationale Solidarität muss noch viel größer werden!"

Rote Fahne News führte mit Kardo Bokanì von der kurdischen Bewegung für eine demokratische Gesellschaft TEV-DEM ein Interview.

Von nc / gis
"Die internationale Solidarität muss noch viel größer werden!"
Heute in Mannheim (rf-foto)

Darin erklärt er zu dem Angriffskrieg des faschistischen Erdogan-Regimes gegen Efrîn in Rojava: "Obwohl der türkische Staat und seine Medien behaupten, dass sie nur militärische Gebiete angreifen, zielen die Angriffe in Wirklichkeit auf zivile Gebiete und Institutionen, einschließlich von fünf archäologischen Gebieten, zwei Wasserpumpstationen, einen Bahnhof, das Zentrum des Kurdischen Roten Kreuzes, drei Moscheen und elf Schulen. Die Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) leisten der zweitgrößten NATO-Armee und ihren verbündeten islamistischen extremistischen Gruppen einen tapferen Widerstand. Durch die Vorteile ihrer haushoch überlegenen Armee, unterstützt durch moderne Luftwaffe, haben türkische Truppen jedoch die Kontrolle über dutzende Dörfer in den Grenzgebieten übernommen ...“

Reaktionäre Rolle des deutschen Imperialismus

Der deutsche Imperialismus spielt dabei eine üble Rolle. In Deutschland schikanieren Behörden und Polizei die Solidaritätsbewegung mit Efrîn. Wegen eines Transparents an der Außenfassade mit der völlig richtigen Aufschrift "Afrin halte durch!“ und „Türkische Truppen & Deutsche Waffen morden in Rojava! Es lebe die YPJ/YPG!“ stürmten vermummte Hundertschaften der Polizei einen Gasthof und nahmen die Personalien aller Anwesenden auf.

 

Kardo Bokanì: "Ohne ihren (der Leopardpanzer, d. V. ) aktiven Einsatz hätte die Brutalität des türkischen Staates am Boden wohl nicht so ein Niveau erreicht ... Es sind nicht nur Leopardpanzer, sondern auch Heckler & Koch-Gewehre und Mercedes-Fahrzeuge.“

Angriff auf Rojava Kern der Entwicklung des Kriegs um Syrien

Die schrecklichen Bilder des Kriegs in Ost-Ghouta in Syrien beherrschen die Medienlandschaft. Es ist eine Hölle für die dort lebenden Massen. Die Entwicklung fordert die Menschen heraus, für die sofortige Beendigung dieses barbarischen Treibens einzutreten.

 

Der seit 35 Tagen andauernde Angriff auf Efrîn geschieht mit Duldung des US-Imperialismus, der als Hauptkriegstreiber die Entwicklung in Syrien verursachte, und in Zusammenarbeit mit dem neuimperialistischen Putin-Regime. In "nur drei Tagen" wollte das Erdogan-Regime Efrîn einnehmen. Die türkische Armee hat besonders barbarische Angriffe auf die Zivilbevölkerung gestartet, u.a. mit Giftgas, weil sie in militärischer Hinsicht mit ihrer Invasion nicht wie gewünscht vorankommt. Die Kampagne der westlichen Mächte gegen Russland und das Assad-Regime ist heuchlerisch angesicht der Tatsache, dass alle wesentlichen alten und neuen Imperialisten an dem Krieg beteiligt sind. Ein direktes Aufeinandertreffen der verschiedenen Imperialisten, insbesondere der USA und Russlands, ist möglich, und gefährdet den Weltfrieden.

Efrîn kämpft - Efrîn lebt!

Unabhängig von allen imperialistischen Kräften kämpfen die kurdischen Kräfte und ihre Verbündeten aus allen Bevölkerungsgruppen Nordsyriens. In Rojava findet eine breite Massenmobilisierung statt. Hunderttausende demonstrierten in Efrîn, in Rojava kommen Tausende aus den anderen Kantonen in den Kanton Efrîn, um gegen den Einmarsch der Türkei zu kämpfen. Weltweit sind bereits Millionen Menschen in der Efrîn-Solidarität auf die Straße gegangen und es finden täglich Proteste statt.

 

Kardo Bokanì hält die Solidaritätsbewegung für sehr wichtig. Sie ist aber noch unzureichend, erklärt er im Interview mit Rote Fahne News: "Obwohl niemand die anhaltende internationale Solidarität für die Rojava-Revolution allgemein und Efrîn besonders ignorieren kann, hat sie noch nicht das benötigte Niveau erreicht ... Die internationale Solidarität muss noch viel größer werden."

Das ICC der ICOR ruft zu einem weltweiten Aktionstag auf

Unmissverständlich und als Teil des Solidaritätspaktes der revolutionären Weltorganisation ICOR mit dem kurdischen Befreiungskampf haben 29 ICOR Mitgliedsorganisationen mit ihrer Resolution am 26. Januar 2018 die Forderung und die Hoffnung bekräftigt: „Stoppt den faschistischen Angriffskrieg auf Rojava / Nordsyrien! Efrîn wird leben!"

 

Das ICC der ICOR ruft alle Organisationen auf, am 21. März, dem Tag des Newroz-Festes, einen weltweiten Aktionstag „Efrîn wird leben!“ durchzuführen bzw. zu initiieren und dafür zahlreiche Bündnispartner zu gewinnen. Das Prinzip der ICOR ist: Kein Befreiungskampf darf allein und isoliert stehen!

Newroz heißt "Der neue Tag"

Newroz, der neue Tag, das kurdische Neujahrsfest, wird von 300 Millionen Menschen gefeiert, von den Kurdinnen und Kurden und vielen Völkern des Mittleren Ostens. Er symbolisiert den Widerstandswillen und den Kampf für Freiheit und Demokratie. Jede ICOR-Organisation entscheidet, in welcher Form sie sich beteiligt: Demonstrationen, betriebliche Aktionen/Solidaritätsstreiks, Proteste vor Botschaften, Flugblätter, Veranstaltungen und Kundgebungen, Durchführung/Teilnahme an Newroz Feiern und vieles weitere sind geeignete Formen. Die MLPD als Mitglied der ICOR startet unmittelbar mit der dezentralen Vorbereitung vielfältiger Aktionen.

ILPS arbeitet mit der ICOR zusammen

Ein großes ermutigendes Signal geht vom Aufruf der ILPS aus, der International League of Peoples' Struggle, die weltweiten Einfluss hat. Das ICC der ILPS ruft ebenfalls dazu auf, am 21. März einen weltweiten Aktionstag durchzuführen: Im Kampf für Freiheit und Demokratie, gegen die völkerrechtswidrige Invasion der türkischen Armee in Rojava und Efrîn. Dabei, so der ILPS-Aufruf, werden wir mit der ICOR kooperieren in der Unterstützung des kurdischen Freiheitskampfs!

  • Türkei raus aus Rojava - Alle Imperialisten raus aus Syrien!
  • Der Kampf für Freiheit und Demokratie in Efrîn ist unser Kampf!
  • Stoppt Waffenlieferungen in die Türkei und deren militärische Unterstützung!
  • Es lebe der proletarische Internationalismus!
  • Für Frieden, Freiheit, Sozialismus!