Gewerkschaft

IG Metall-Chef Jörg Hofmann fordert blaue Plakette

Ich bin seit fast 50 Jahren Mitglied der IG Metall. Als Gewerkschafter liegt mir der Kampf zur Rettung der Umwelt vor der Profitwirtschaft genauso am Herzen, wie der Kampf um die sozialen und politischen Rechte der Arbeiterinnen, Arbeiter und der Masse der Angestellten.

Korrespondenz aus Dortmund

Und nun lese ich heute morgen, dass der Vorsitzende der IG Metall, Jörg Hofmann, die Einführung der blauen Plakette für Fahrzeuge mit geringem Schadstoffausstoß fordert. Damit sollen – so Hofmann -  flächendeckende Fahrverbote  verhindert werden. Das heißt doch aber, dass für alle Fahrzeuge ohne diese Plakette zeitlich oder räumlich begrenzte Fahrverbote ausgesprochen werden können. Viele in meinem Bekanntenkreis fahren ältere Modelle. Ich selber haben mir einen Diesel gekauft, weil ich auf den Betrug mit dem angeblich sauberen Diesel reingefallen bin.

 

Sollen jetzt alle diejenigen, die sich kein neues Auto kaufen können, die Suppe für die kriminellen Verantwortlichen in den Konzernetagen der Autokonzerne ausbaden? Die sind doch die Verursacher und als Kind habe ich von meinen Eltern schon gelernt, wer Mist baut, muss dafür auch gerade stehen. Warum soll das ausgerechnet für angeblichen Flaggschiffe der deutschen Wirtschaft nicht gelten?

 

Es wird Zeit, dass die Großaktionäre und die  für die kriminellen Manipulationen Verantwortlichen endlich zur Kasse gebeten werden. Ich finde auch, dass dort, wo es möglich ist, wie früher kostenlose Werksbusse eingeführt werden sollten. Noch besser wäre, wenn wir als Gewerkschaft die Forderung nach  Übernahme der Fahrtkosten der Beschäftigten durch die Unternehmen aufstellen und dafür kämpfen.

 

Denkbar wäre auch eine „Mobilitäts- und Umweltabgabe“ entsprechend dem Umsatz der Betriebe. Das wäre gut für unser Portemonnaie und gut für die Umwelt. Das wollte ich dem IG Metall-Vorsitzenden Jörg Hofmann sagen.     

 

Bleibt, dem engagierten Korrespondenten noch zu ergänzen, dass sowohl IG-Metall-Chef Jörg Hofmann, als auch DGB-Vorsitzender Reiner Hoffmann kräftig die Werbetrommel für eine mögliche Große Koalition rühren. Dabei handelt es sich eindeutig um eine Verletzung der Überparteilichkeit der Gewerkschaften und stellt "Wahlkampf" zu Gunsten der SPD-Spitze dar. Ironischerweise kommt das von den rechten Gewerkschaftsführern, die sonst gerne vor Parteipolitik in der Gewerkschaften warnen - wenn es um die MLPD geht.