Berlin

Kämpferische Blockade stoppt faschistoiden „Frauenmarsch“

Rund 1500 Menschen haben vorgestern in Berlin einen „Frauenmarsch“ gestoppt, der mit faschistoider Hetze gegen Migranten und Flüchtlinge durch die Straßen zum Bundeskanzleramt ziehen wollte. Die Anmelderin des rechten Marsches, Leyla Bilge, ist AfD-Mitglied mit kurdischen Wurzeln.

Von gis

Die Initiatoren behaupten, für Frauenrechte und gegen die Regierung einzutreten. Tatsächlich ist die Einladung zu dem Marsch an jeden, der gegen die „fatale Flüchtlingspolitik der Altparteien“ sei, durch und durch demagogisch und faschistoid.

Rassismus unter dem Deckmantel des Feminismus

Gemeint ist nicht die reaktionäre Flüchtlingspolitik der Merkel-Gabriel-Regierung und der EU, die schuld ist an tausenden von Toten im Mittelmeer und der menschenunwürdigen Unterbringung von Flüchtlingen in Abschiebelagern. Gemeint ist das äußerst kurzzeitige Bekenntnis der Bundeskanzlerin zur „Willkommenskultur“, das sie unter dem Druck der Massenproteste von Demokraten, Jugendlichen und Flüchtlingshelfern im Herbst 2015 abgab.

 

Auf ihren Transparenten und in ihren Reden machen die "Frauenmarschierer" kein Hehl daraus, dass sie sich für Gewalt gegen Frauen nur dann interessieren, wenn es sich bei den Tätern um Migranten handelt. Völlig zu Recht sprechen die Gegendemonstranten von Rassismus unter dem Deckmantel des Feminismus.

Wegbereitern des Faschismus gehört das Handwerk gelegt

Es ist ungeheuerlich, dass die Polizei nicht gegen den faschistoiden Aufmarsch vorging, sondern sogar einzelne Gegendemonstrantinnen und -demonstranten herausgriff und erkennungsdienstlich behandelte. Genauso demagogisch wie die oben genannte Parole ist die „Kampfansage“ der AfD-Anhängerinnen, man wolle nicht ins tiefe Mittelalter zurück und in die Hände der Scharia fallen. Sie befinden sich keineswegs in echter Gegnerschaft zu islamistisch-faschistischen Kräften. Bei beiden gehört ein extrem reaktionäres Frauenbild zu den weltanschaulichen und politischen Grundlagen.

 

Der "Frauenmarsch" mit seiner tief frauenfeindlichen Ausrichtung hat in der Frauenbewegung nichts zu suchen. Die kämpferische Frauenbewegung arbeitet auf antifaschistischer Grundlage.