Efrîn

Setzt die türkische Armee chemische Kampfstoffe ein?

Auch über das Wochenende haben die schweren Angriffe der türkischen Armee auf Efrîn angehalten.

Von ffz
Setzt die türkische Armee chemische Kampfstoffe ein?
Frauen werden in einem Zelt im „Şehîd Arîn“-Park an Waffen ausgebildet (foto: ANF)

Unter anderem wurden die Stadt und die Umgebung von Raco mit Artillerie angegriffen und bombardiert. Dabei wurde auch eine Moschee beschossen. Es gab Tote und Verwundete.

 

Unterdessen mehren sich die Hinweise, dass die türkischen Invasionstruppen vor Ort chemische Kampfmittel einsetzen. So hat der Gesundheitsrat von Efrîn mitgeteilt, dass in Bodenproben aus dem Dorf Erendê nach einem türkischen Angriff Chlor gefunden worden sei. Internationale Gesundheitsinstitutionen wurden zu einer Untersuchung aufgerufen.

Clorgaseinsatz in Erendê?

Der Arzt Dr. Xelil Sabri erklärte nach Angaben der Agentur ANF bei einer Pressekonferenz vor dem Avrin-Krankenhaus: „Bei Laboruntersuchungen wurde festgestellt, dass die betroffenen Personen, die unter Atemnot litten, zu Opfern einer chemischen Reaktion geworden sind.“ Der Verdacht eines Einsatzes von Chlorgas liege nahe.

Frauen machen sich zur Verteidigung bereit

Währenddessen sind es in Efrîn erneut die Frauen, die sich für die Verteidgung bereit machen. Nach ANF-Berichten bilden Mitglieder der Frauenorganisation der Gesellschaftlichen Verteidigungskräfte (HPC-JIN) Frauen im Rahmen der Kampagne „Women Rise Up for Efrîn“ (Frauen erheben sich für Efrîn) an Waffen aus. Diese Frauen zeichneten sich bereits durch den Schutz von Wohnhäusern während der türkischen Angriffe aus.

Strategisch wichtigen Stützpunkt angegriffen

Im Rahmen ihrer Verteidigungsaktivitäten haben die Volksverteidigungseinheiten (YPG) einen strategisch wichtigen türkischen Militärstützpunkt angegriffen. ANF meldet dazu: „Der Militärstützpunkt in Kırıkhan dient der türkischen Armee als Koordinationszentrum für die Angriffe auf den nordsyrischen Kanton Efrîn. Ersten Informationen nach sollen bei der Aktion mindestens sieben türkische Soldaten getötet worden sein."