Essen

Menschen, die auf die Tafel angewiesen sind, dürfen sich nicht spalten lassen!

Dietrich Keil, früherer Ratsherr, Vorstandssprecher von "Essen steht AUF" positioniert sich mit einem Leserbrief zu den Vorgängen um die Essener Tafel.

Korrespondenz

Der Vorsitzende der Tafel in Essen, Jörg Sartor, hatte behauptet, dass Flüchtlinge und Zuwanderer ältere Tafelkunden verdrängt hätten. Es sollen als Neukunden daher nur noch Deutsche aufgenommen werden. Andere Hilfsorganisationen, darunter die Tafeln in Berlin und Niedersachsen, distanzierten sich von Sartor.

 

Dietrich Keil schreibt an die WAZ und andere Medien, die über den Vorgang berichten:

 

"Die Tafeln sind ein Armutszeugnis Deutschlands, ein notdürftiges Pflaster auf die Wunden, die der Kapitalismus schlägt. Einsatz und Initiative der Menschen, die sich in Essen selbstlos dafür abschuften, das soziale Elend zu lindern, sind dagegen vorbildlich. Es richtet sich aber nicht nach Ländergrenzen, kann vielmehr Frust und Verzweiflung anrichten. Betroffene, ob geflüchtet oder von hier, dürfen sich nicht spalten lassen. Auch nicht von rassistischen Regeln der Essener Tafel, die darauf zielen, Geflüchtete auszuschließen. Sie haben das gleiche Interesse, an den Ursachen, ob von Flucht oder Armut, etwas zu ändern."