Stuttgart

Betriebsratswahlen bei Daimler in Untertürkheim

Der aktuelle „ScheibenWischer“, die IG Metall–Werkszeitung, ist eine einzige Lobhudelei auf die Erfolge der Betriebsratsführung: „2500 Einstellungen seit 2014, Zukunftssicherung bis 2030, Kompetenzzentrum für elektrische Antriebe“.

Von wb

Man könnte fast meinen, eine Firmen-Präsentation zu lesen, wenn es heißt: „Daimler ist einer der attraktivsten Arbeitgeber ... Viele beneiden uns darum.“

 

Der Daimler-Vorstand kann sich über diese Schützenhilfe freuen. Für dieses "Heile Welt-Bild" macht der Konzern ein paar Zugeständnisse. Dazu gehört die Erhöhung der sogenannten Ergebnisbeteiligung um 300 Euro auf 5700 Euro - wohlbemerkt: Pro "Stammbeschäftigtem".

 

„Machen statt reden“ - titelt der „ScheibenWischer“. Das richtet sich gegen die kritischen und kämpferischen Kräfte in der Belegschaft, wie die „Offensive Metaller“(OM), die sich nicht auf das "Machen" als Co-Manager einlassen. Hier kandidieren 22 Kolleginnen und Kollegen, weil sie den IG Metall-Ausschluss von Betriebsrat und 1. Schwerbehindertenvertreter Volker Kraft nicht akzeptieren und mit ihm zusammenarbeiten wollen.

 

Es waren solche Kräfte, die im Frühsommer 2017 die Erpressung von Daimler zu Fall gebracht haben, eine Batteriefertigung aufzubauen, die von einer nicht im Tarifverband befindlichen Tochtergesellschaft betrieben werden sollte. Und es ist maßgeblich auf die jahrzehntelange Arbeit der MLPD und ihrer Betriebsgruppen zurückzuführen, dass Leiharbeit und Spaltung nach wie vor in der Belegschaft nicht hingenommen werden.

 

Im Wahlprogramm der OM heißt es: "Für Umweltschutz & Arbeitsplätze: Ja zum Umstieg auf Elektroantrieb, am besten mit der Brennstoff-Zelle – als Beitrag zur Rettung der Umwelt! Nein zu massenhafter Vernichtung von Arbeitsplätzen und Infragestellung des Motorenwerks aus Profitgründen! Die höhere Produktivität beim E-Antrieb muss zur Verkürzung der Arbeitszeit genutzt werden: 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich – von Montag bis Freitag!“

 

Das geht nur mit einer starken, kämpferischen IG Metall und in selbständig geführten Kämpfen – nicht durch Co-Management. Viel Erfolg deshalb den Offensiven Metallern bei den Betriebsratswahlen vom 1. bis 5. März 2018.