VW

Vorstand behauptet weiter, nichts gewusst zu haben

Die Sparkassentochter Dekra führt vor dem Landgericht Braunschweig eine Musterklage gegen den VW-Vorstand.

Von gp

Sie wirft dem Vorstand vor, die Aktionäre nicht rechtzeitig über die kriminellen Abgasmanipulationen informiert zu haben. Nach dem Aktiengesetz müssen Informationen, die den Kurs der Aktien beeinflussen können, sofort - „ad hoc“ - gemeldet werden. Unmittelbar nach Aufdeckung des Abgasbetrugs durch die US-Behörden Ende September 2015 brach der Kurs der VW-Aktie ein - zeitweise verloren die Vorzugspapiere des Konzerns fast die Hälfte ihres Werts.

Prozess-Beginn im September

Anleger erlitten heftige Verluste. Allerdings traf es hier vor allem die Kleinanleger. Die Großaktionäre und Großbanken waren vorher über die Abgasmanipulationen informiert und haben aus diesem Geschäft viel Geld verdient. Sie versuchen jetzt mit Klagen, diesen Geldsegen nicht versiegen zu lassen. Insgesamt wurden 1.650 Klagen gegen VW eingereicht. Die Forderungen belaufen sich auf insgesamt 9 Milliarden Euro. In seiner Klage-Erwiderung vom Mittwoch dieser Woche hält der VW-Vorstand an seiner längst vor Gericht widerlegten Lüge fest, erst im September 2015 durch die Veröffentlichung der US-Amerikanischen Umweltbehörde von den kriminellen Manipulationen erfahren zu haben. Laut US-Gerichtsakten gab es aber bereits 2006 interne Hinweise und Warnungen über die Abgasmanipulationen. Eigentlich sollte der Prozess im April beginnen, doch auf Antrag von VW wurde der Prozess-Beginn auf September verschoben. Alles unter den Tisch zu kehren, ist dem VW-Vorstand aber bislang nicht gelungen.

Jetzt Druck auf VW und andere Abgas-Betrüger machen

So hat die Internationalistische Liste/MLPD VW zum Wahlkampfthema eins gemacht und in den VW-Betrieben haben kritische Beschäftigte dafür gesorgt, dass kein Gras über die Sache wächst. Dazu gehört auch, jetzt Druck auf VW und die anderen Abgas-Betrüger der Auto-Mafia zu machen, alle Diesel technisch nachzurüsten – und zwar auf Kosten der Autokonzerne!