Bremen

Widerstand gegen Geschichtslosigkeit und bürokratische Hürden

Vor mehr als fünf Jahren haben Bürger und Antifaschisten im Bremer Stadtteil Blumenthal den Bürgerantrag gestellt, im Stadtteil zwei Wege oder Straßen nach den Gewerkschaftern und Kommunisten Leo Drabent und Hans Neumann zu benennen.

Korrespondenz

Beide waren Arbeiter auf den Werften, AG Weser und Bremer Vulkan, die damals führend waren im Kriegsschiffbau. Wegen ihrer gewerkschaftlichen und antifaschistischen Arbeit waren die beiden mehrmals in Gefängnissen und KZs. Sie ließen sich nicht unterkriegen. 1944 wurden sie schließlich im Zuchthaus Brandenburg mit dem Fallbeil ermordet.

Antrag verschleppt

Der Bürgerantrag auf Benennung wurde von den örtlich Verantwortlichen verzögert. Im Beirat kamen Meinungen auf wie "wir wissen gar nicht, wo ein Weg ist, den man nach den beiden benennen könnte.“ Und dann die lange Bearbeitungs- und Prüfzeit beim Straßenamt und dem Staatsarchiv - nichts als Hinhaltetaktik.

Angeblich "illegale Aktion"

Im letzten Herbst haben dann die Initiatoren Geld gesammelt für Schilder, Masten und fachkundige Fundamenterstellung. Auf die Zustimmung des Beirats verzichten die Spender und konnten noch im Dezember an vier Stellen die Namensschilder für die vom Hitler-Faschismus ermordeten Kommunisten einweihen. Jetzt sagt der Beirat, das sei eine illegale Aktion gewesen. Nur der Stadtteil-Beirat habe das Recht auf Straßen- und Wegbenennung. Die Schilder sollten abgebaut werden.

MLPD solidarisch mit der Initiative

Dieser Aufforderung will die Spender-Gruppe nicht nachkommen. Die MLPD erklärte sich solidarisch und nahm am Protest zum Ende der Abbaufrist teil. Unser Protest, der maßgeblich von der DKP in Bremen-Nord entwickelt wurde und von vielen Bürgern aus SPD und den christlichen Kirchen und der Initiative Nordbremer Bürger gegen den Krieg unterstützt wird, fand wieder bei den vier Schildern statt. Wir trugen Fahnen der Arbeiter- und Friedensbewegung und sangen das Lied der Moorsoldaten.