Betriebsratswahlen

„Für mich kommt nur eine Liste in Frage ...“

Die vor den Daimler-Werken in Deutschland verteilte Kollegenzeitung „Stoßstange“ dokumentiert die persönlichen Gedanken eines Düsseldorfer Arbeiters zu den Betriebsratswahlen.

Aus der Kollegenzeitung „Stoßstange“

In Düsseldorf werden wahrscheinlich über zehn Listen kandidieren. Dazu ein paar persönliche Gedanken:

 

1. Demokratischer wäre eine Persönlichkeitswahl! Da kann jeder Kollege sich aus allen Bewerbern die raussuchen, die er am besten findet. Dieser Wunsch der Belegschaft wurde ignoriert! Warum? Ist da nicht auch viel Egoismus im Spiel, nach dem Motto: „Hauptsache, ich bin im Betriebsrat“? Wie soll man aber mit Egoismus die Interessen der Belegschaft vertreten?

Kandidaten brauchen klares Profil

2. Viele Listen haben überhaupt kein klares Profil. Seid ihr jetzt für Einstellung der Leiharbeiter bei Daimler oder dagegen? Seid ihr für immer mehr Samstagsarbeit oder muss irgendwann auch mal Schluss sein? Wollt ihr mit den Kollegen gegen Arbeitszeitflexibilisierung kämpfen? Elektromobilität: Wollt ihr, dass die Daimler-Belegschaften zusammen gegen die drohende Arbeitsplatzvernichtung kämpfen? Oder soll jede Belegschaft sich einzeln mit dem Daimler-Vorstand anlegen? Bei den meisten Werbezetteln erfährt man darüber nichts. Einfach nur: „Wir wollen es besser machen als die anderen!“ Doch das ist zu wenig!

Ohne kämpferische Gewerkschaft erreichen wir nichts

3. Viele Kollegen sagen: Die Gewerkschaft und der Betriebsrat, das sind zwei verschiedene Sachen. Fakt ist aber: Ohne Gewerkschaft können wir in den meisten Fragen, die uns direkt betreffen, gar nicht viel erreichen. Beispiel: Geld, Urlaubsanspruch, Arbeitszeit … Viele Listen legen auf die Stärkung der IG Metall überhaupt keinen Wert. Eine starke und kämpferische IG Metall und ein starker kämpferischer Betriebsrat, das sind aber zwei Seiten einer Medaille!

 

Für mich kommt nur eine Liste in Frage, die für eine starke und kämpferische IG Metall ist.