Internationaler Frauentag

Weltweit Aktionen der kämpferischen Frauenbewegung

Der 8. März, der Internationale Frauentag, wird immer mehr zum Symbol des weltweit gewachsenen Frauenbewusstseins.

Von bs
Weltweit Aktionen der kämpferischen Frauenbewegung
Junge Frauentags-Rosenverkäuferinnen in Gelsenkirchen 2016 (rf-foto)

Die bürgerlichen Medien reagieren mit vielfältigen Berichten auf das gewachsene Ansehen des 8. März und feiern das hundertjährige Jubiläum des Frauenwahlrechts. In der Regel wird die Frauenbewegung auf Gleichberechtigung und die "Verteidigung" des bisher Erreichten eingeengt.

Revolutionen sind auch Lokomotiven im Kampf für Frauenrechte und für die Befreiung der Frau

Martina Stalleicken, frauenpolitische Sprecherin der MLPD

Das Frauenwahlrecht wurde aber 1918 mit der Novemberrevolution erkämpft. Es war Ergebnis des Kampfs für den Sozialismus, der sich nicht auf einzelne Reformen beschränkt. Dazu Martina Stalleicken, frauenpolitische Sprecherin der MLPD:

 

"Genau diese Diskussion gehört auf den 8. März. Revolutionen sind auch Lokomotiven im Kampf für Frauenrechte und für die Befreiung der Frau: die deutsche Novemberrevolution 1918 erkämpfte den Achtstundentag und das Frauenwahlrecht. Die Oktoberrevolution in Russland 1917 leitete eine gesellschaftliche Umwälzung für die Befreiung der Frau ein. ...

 

Stärker wird die kämpferische Frauenbewegung, wenn sie sich stark organisiert! Ich möchte jede Frau und jedes Mädchen aufrufen, sich dazu ein Herz zu fassen!" (Gesamtes Statement von Martina Stalleicken)

Demonstration anlässlich des Frauentags vor einigen Jahren in Berlin (rf-foto)
Demonstration anlässlich des Frauentags vor einigen Jahren in Berlin (rf-foto)

In Kürze

  • Zu feiern gibt es unter anderem 100 Jahre Frauenwahlrecht in Deutschland - ein Ergebnis der Novemberrevolution
  • Massendemonstationen für den 8. März und gegen die türkische Besatzung in Sengal und Efrîn
  • In vielen Betrieben selbstorganisierte Frauentagsaktionen

Erstmalig rufen heute in Spanien zehn Gewerkschaften zum Frauen-Streik für Frauenrechte und für die Gleichstellung von Mann und Frau auf. Hunderte Züge fallen aus. Landesweit wurde zu 300 Demonstrationen aufgerufen. Im syrisch-kurdischen Efrîn findet eine Massendemo mit Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus ganz Kurdistan gegen die türkische Invasion statt. Auch in Italien, Brasilien, Uruguay und Argentinien wird zu Streiks am 8. März aufgerufen - oft ausdrücklich anstelle von Saalveranstaltungen.

Straßenaktivitäten und Demos auch in Deutschland

In Deutschland gibt es ebenfalls allerorts Straßenaktivitäten und Demonstrationen. Die Frauen wissen, dass ein bisschen mehr Kindergeld ab 2019 das Problem nicht löst, zumal es bei Hartz-IV-Empfängern auf die Leistung angerechnet wird. Sie demonstrieren gegen das ganze Spektrum der frauen- und volksfeindlichen Politik der neuen GroKo: gegen Altersarmut, Rassismus, Umweltzerstörung und Krieg. Mitten drin in vielen Aktionen: die MLPD als konsequente Kraft, die für die Befreiung der Frau durch revolutionären Überwindung des Kapitalismus und im Sozialismus steht.

 

Viele der Aktionen mussten und müssen dabei gegen Repressionen durchgekämpft werden. So wurde dem Frauenaktionsbündnis Duisburg gestern um 15 Uhr die geplante Route untersagt, nachdem es seit der Demo-Anmeldung im Januar hingehalten wurde. Das wird das Bündnis nicht hinnehmen.

 

In Hagen erreichte ein breiter Protest, dass das Verbot des Tragens von PYD-, YPG- und YPJ-Fahnen1 zurückgenommen werden musste. Aufrecht errhalten blieb ein Verbot, in Reden die kurdische PKK überhaupt zu erwähnen. Das ist offene Unterdrückung von Meinungsfreiheit.

Aktionen in den Betrieben

In vielen Betrieben überreichten gewerkschaftliche Vertrauensfrauen und -männer bei Rundgängen Rosen als Symbol der Würdigung des Kampfs der Frauen. In anderen Betrieben fanden Frauencafes in den Kantinen statt.

 

Bei Hella in Recklinghausen hatte das dieses Jahr Premiere. 20 Frauen ließen sich am hübsch geschmückten Tisch Kaffee und selbst gebackenen Kuchen schmecken und waren stolz, so ihre Solidarität und ihr gewachsenes Selbstvertrauen zum Ausdruck zu bringen. Themen waren vor allem der Tarifvertrag, eine notwendige Arbeitszeitverkürzung und der Kampf gegen die politisch motivierte Abmahnung der Vertrauenskörperleiterin.

 

So wichtig der gemeinsame Kampf für solche Verbesserungen innerhalb des kapitalistischen Gesellschaftssystems sind - die Befreiung der Frau ist nicht mit einzelnen Reformen durchzusetzen. Denn der Kapitalismus basiert auf der Ausbeutung der Arbeiterinnen und Arbeiter sowie auf der bürgerlichen Staats- und Familienordnung, durch die die Masse der Frauen doppelt ausgebeutet und unterdrückt wird.

 

Der notwendige gesellschaftsverändernde Kampf kann nur organisiert erfolgreich geführt werden. In diesem Sinne gab es heute auch viele Diskussionen darüber, dass noch viel mehr Frauen den Schritt machen müssen, selbst Revolutionärin zu werden.

Weitere Berichte folgen

Rote Fahne News wird genauso wie das Rote Fahne Magazin weiter über die Aktivitäten zum Internationalen Frauentag berichten, von denen viele erst am kommenden Wochenende stattfinden werden. Wir freuen uns auf weitere Berichte und Fotos.