Bosnien-Herzegowina

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Kriegsveteranen besetzen Straßenkreuzungen

Nach mehr als 20 Jahren der Ignoranz der Regierung gegenüber den sozialen Forderungen der Veteranen, ehemaligen Soldaten der Armee aus Bosnien, Herzegowina und Kroatien, blockierten Streitkräfte am 28. Februar alle wichtigen Straßenkreuzungen in Bosnien und Herzegowina.

Von der Partija Rada

Darunter befinden sich die Kreuzungen nach Sarajewo, Tuzla, Zenica, Jablanica und Konjic. Dies berichtet die revolutionäre Partija Rada (Partei der Arbeit), die in den Nachfolgestaaten Jugoslawiens aktiv ist. Sie ist Mitglied der revolutionären Weltorganisation ICOR.

Partija Rada und ICOR verloren vor kurzem einen Genossen

Einer ihrer Genossen, Sulejman Fejzic Fejz, ist vor kurzem im Alter von erst 52 Jahren an einer plötzlichen Herzattacke gestorben. Monika Gärtner-Engel, Hauptkoordinatorin der ICOR, schreibt an die Partija Rada: "Wir sind empört über die gleichgültige, verbrecherische Haltung der Regierung, die sämtliche sozialen Forderungen der Kriegsveteranen aus dem Bosnien-Krieg ignoriert. Fejzas Tod steht im Zusammenhang mit seiner Armut und seiner schlechten  gesundheitlichen Versorgung.

 

Wir sind traurig, weil Ihr und die ICOR einen wichtigen Genossen verloren haben, der sehr aktiv arbeitete für den Aufbau Eurer Partei, eine starke kämpferische, revolutionäre Bewegung in Eurem Land in Einheit mit dem Aufbau der ICOR in Osteuropa. Vor wenigen Monaten war er Teilnehmer der 3. Weltkonferenz der ICOR. Wir haben ihn mitten aus unseren Reihen verloren.

 

Aber wir sind zugleich stolz. Fejza war ein mutiger, unerschrockener Kämpfer, er war unter den Massen verankert und beliebt und führte Arbeiterkämpfe in den Jahren nach dem Krieg. Er war einer der Führer des Bosnischen Aufstands 2014 („Bosnischer Aufschrei“) und nutzte seine Kampferfahrungen aus dem Krieg für den Kampf um Freiheit und Demokratie. Er war ebenso ein führender Aktivist der Veteranenkämpfe um soziale Forderungen, die gerade in diesen Tagen mit Straßenblockaden in Tuzla um ihre Rechte kämpfen. Sie ehren seine Zähigkeit und seinen Optimismus im Kampf für die sozialistische Zukunft.

 

Wir sprechen seinen Angehörigen und Genossinnen und Genossen unser herzliches Beileid aus und wünschen euch viel Kraft und Erfolg im Kampf und im Parteiaufbau. Lasst uns noch enger zusammenrücken und den Kampf in seinem Sinne weiterführen."

Alle Blockaden außer der in Tuzla geräumt

Nach Gesprächen mit Verantwortlichen der Polizei wurden früh am 1. März alle Blockaden außer der in Tuzla entfernt, berichtet die Partjia Rada. Danach erwarteten mehrere Hundert Veteranen an der Straßenkreuzung Sicki Brod nahe Tuzla die Ankunft der nationalen Spezialkräfte der Polizei, darunter einige bekannte Mitglieder der Partjia Rada BiH.

Anwohner beteiligen sich

Die Situation scheint entsetzlich zu sein; die lokalen und regionalen Mainstream-Medien unterstützen das Regime und geben wenig Informationen über die Entwicklung vor Ort heraus. Die Leute stützen sich vor allem auf soziale Medien als zuverlässige Quelle von Informationen und es gibt Berichte, dass sich  Anwohner an dem Protest beteiligen.