Efrîn-Solidarität

Kraftvolle, stärkende Demonstration durch Essener City

Am 12. März zog eine kraftvolle, solidarische und stärkende Demonstration durch die Essener Innenstadt.

Von Gsi
Kraftvolle, stärkende Demonstration durch Essener City
Solidaritätsdemo in Essen am 21. Januar (rf-foto)

Unter dem Klang von Parolen wie „Alle Besatzer raus aus Efrîn“, „Biji Berxwedana Afrin“ und „Hoch die internationale Solidarität“ protestierten bis zu 500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer gegen die völkerrechtswidrige Aggression des faschistischen türkischen Erdogan-Regimes.

 

Kurdische Protestierende, oft mit der ganzen Familie, Montagsdemonstrantinnen und Montagsdemonstranten, Vertreter von verschiedenen kurdischen Organisationen, MLPD, Jugendverband REBELL, Linkspartei und viele Jugendliche kamen zu diesem gemeinsamen Protest zusammen. Sie machten deutlich: jeder friedliebende Mensch, Demokrat sowie jede Antifaschistin und jeder Antifaschist ist herausgefordert hier klar Stellung zu beziehen und die Solidarität mit Efrîn zu praktizieren.

Vielfalt der Demo kam voll zum Tragen

Bei der Auftakt-, Zwischen- und Abschlusskundgebung kam die Vielfalt der bunten Demonstration voll zum Tragen: Vertreter des kurdischen Vereins in Essen berichteten, dass die türkische Armee nur noch 500 Meter vor dem Stadtzentrum von Efrîn steht und Massaker, wie sie bereits an anderen kurdischen Städten verübt wurden, zu befürchten sind. Montagsdemonstrantinnen und Montagsdemonstranten griffen die deutschen Waffenlieferungen in alle Welt an, die überall die Kriegsgefahr erhöhen, weshalb die Regierung und deutschen Rüstungskonzerne angegriffen werden müssen.

Gabi Fechtner sprach für die MLPD

Gabi Fechtner, die Parteivorsitzende der MLPD, untersrich, dass die Kurden, nicht nur mutig gegen die türkische Aggression kämpfen, sondern mit der demokratischen Selbstverwaltung in der Demokratischen Föderation Nordsyrien/Rojava den fortgeschrittensten Kampf für Freiheit und Demokratie verteidigen.

 

Während ihres vierwöchigen Aufenthalts in Kobanê im Jahr 2015, als sie aktiv am Bau des Gesundheitszentrums der ICOR mitwirkte, hatte sie die dort erkämpften Errungenschaften im Zusammenleben der verschiedenen Ethnien, die Gleichstellung von Frauen und Männern, die friedliche Ausrichtung erlebt. Davon könne sich die deutsche Regierung, die sich immer so demokratisch rühmt, eine Scheibe abschneiden.

Solidarität eine Herzensangelegenheit

Jetzt stempelt sie auch noch die kurdische Befreiungsbewegung als Terroristen ab. „Das werden wir nicht dulden, sondern diesen Weg hin zu Freiheit und Demokratie, der zum Kampf um den Sozialismus weitergetrieben werden muss, voll unterstützen“, so Gabi Fechtner.

 

Weitere Redner der Linkspartei aus Essen, aktive Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter der IG Metall, kurdische Studentinnen und Studenten wie auch Montagsdemonstrantinnen und Montagsdemonstranten usw. zeigten klar, dass die Solidarität mit Efrîn eine Herzensangelegenheit ist. Gemeinsam wurden Lieder wie „Kobanê, Kobanê“ und „Bella ciao“ sowie kurdische Lieder mit Gänsehaut-Effekt angestimmt.

"Alle Besatzer raus aus Efrîn

Immer mehr setzt sich die Ablehnung des Vorgehens aller Imperialisten durch. Auch der Redner der Linkspartei betonte, dass man gegen alIe Imperialisten, ob aus Russland oder den USA kämpfen muss. Die meistgerufene Parole war „Alle Besatzer raus aus Efrîn“.

 

Während der Demo wurden einige Broschüren „Über die Herausbildung neuimperialistischer Länder“ verkauft. In den Diskussionen dazu wurde oft die Einschätzung geteilt, dass die Türkei inzwischen ein neuimperialistisches Land ist. Etliche trugen sich in die Liste für das Internationalistische Bündnis ein.

Jetzt schon Flagge von Ghana "gefährlich"?

Die Essener Polizei ging gegen den Träger einer YPG-Fahne (Fahne der kurdischen Volksverteidigungseinheiten, Anm. d. Red.) vor, weil diese „möglicherweise“ und „im kurdischen Zusammenhang“ verboten sei. Die Demonstration protestierte ausdrücklich gegen dieses undemokratische Vorgehen, mit dem die Polizei sich zum Handlanger des Erdogan-Regimes macht.

 

Ein Demonstrant berichtete unter Gelächter und Kopfschütteln, dass ihm auf dem Weg zur Demonstration eine Staatsflagge von Ghana abgenommen werden sollte, nur weil diese auch die Farben rot, gelb, grün und einen Stern enthält: „Wir lassen uns aber weder einschüchtern, noch provozieren.“

Aktionstag am 21. März vorbereitet

Mit allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern wurde entsprechend der demokratischen Prinzipien der Montagsdemonstration die Wahl der Delegierten für die Bundesdelegiertenkonferenz durchgeführt und einstimmig beschlossen. ...

 

Den Abschluss bildeten kämpferische Parolen in kurdisch und deutsch und ein gemeinsamer Halay (Kreistanz) auf dem Porscheplatz unter dem längst dunklen Nachthimmel. Die Demonstration war ein kämpferischer Vorgeschmack auf den weltweiten Aktionstag zur Solidarität mit Efrîn am 21. März, zu dem breit mobilisiert wurde. Noch auf der Demonstration wurde sich für die gemeinsame Vorbereitung mit den beteiligten Organisationen verabredet.

 

Weitere Korrespondenzen:

Solidaritätsdemonstration in Albstadt

 

Solidaritätsdemonstration in Bochum

 

Solidaritätsdemonstration in Schwäbisch Gmünd

 

Solidaritätserklärung des Verlags Neuer Weg mit dem von einer Razzia kriminalisierten Mezopotamien-Verlag

 

Bericht von ANF über die Kriminalisierung des Protests für Efrîn, anlässlich des Besuchs von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (mit Videos über Festnahmen)

 

Aufruf des Internationalistischen Bündnisses "HÄNDE WEG VON ÊFRIN! STOPP DIE IMPERIALISTISCHEN AGGRESSIONEN GEGEN SYRIEN!"