Opel

"Leere Versprechungen brauchen wir nicht nochmal"

Bei der Betriebsversammlung von Opel Eisenach am 9. März war die Halle voll wie selten; die Stimmung war gespannt und kämpferisch.

Korrespondenz aus Eisenach
"Leere Versprechungen brauchen wir nicht nochmal"
Solidarität aus Rüsselsheim bei der Betriebsversammlung in Eisenach anno 2016 (rf-foto)

Zehn Diskussionsredner drängten vor allem auf die Erfüllung des Tarifvertrags und und klare Zusagen für neue Modelle in Eisenach samt Volumen und Beschäftigtenzahlen.

1.000 Unterschriften an Opel-Chef Lohscheller übergeben

Zu dieser Forderung wurden von den Vertrauensleuten etwa 1.000 Unterschriften in der Belegschaft gesammelt, die in der Versammlung an den anwesenden Opel-Chef Michael Lohscheller übergeben wurden.

 

Die Belegschaft hat sehr genau verstanden, dass es nach wie vor kein Modell für Eisenach gibt. Lohscheller sprach immer nur von einer „Plattform“ und dass er zu Eisenach stehe. Eine Rednerin bekam tosenden Beifall, als sie rief: „Wenn Sie hier wirklich in 14 Monaten ein Auto bauen wollten, dann könnten Sie heute einen Namen nennen!“

Die Erwartung auf Taten ist groß

Ein Kollege sagte zu Lohscheller: „Wenn Sie die Ausbildung einstellen, wissen wir, was Ihre Sprüche von Zukunft des Werkes wert sind! Sie haben uns schon mal mit dem Mokka leere Versprechungen gemacht, das brauchen wir nicht nochmal. Wenn Sie von Standorterhalt reden, meinen Sie vielleicht ein Pförtnerhaus und eine kleine Werkstatt. Das ständige Spiel von Hoffen und Bangen zielt nur auf Zeitgewinn. Es wird keine einvernehmliche Lösung geben, sondern nur durch Kampf.“

 

Auch mehrere Betriebsräte betonten, dass die Belegschaft auch kämpfen kann und dass die IG Metall dazu bereit ist. Nach dieser Versammlung ist die Erwartung groß, dass jetzt Taten folgen.