Gladbeck

Überwiegende Mehrheit gegen Zechenschließung

Kein Verständnis zeigten die Menschen heute morgen in Gladbeck für die geplante Schließung der Zeche Prosper. Mit ihrer Unterschrift protestierten sie gegen die Pläne des RAG-Konzern am Infostand der MLPD Wohngebietsgruppe.

Korrespondenz aus Gladbeck
Überwiegende Mehrheit gegen Zechenschließung
Sonnenschein in Gladbeck-Brauck - das Rote Fahne Magazin zum Bergbau ging am besten weg

Beim Infostand der MLPD Wohngebietsgruppe Brauck standen heute die Zechenschließungen in der Nachbarstadt Bottrop im Zentrum. "Wir hatten eigentlich ganz viel dabei: Einladung zum 1. Mai, das Rote Fahne Magazin zur Wohnungsfrage, Marx-Geburtstag, Tanz in den Mai, Skatturnier mit Familienfest und natürlich das Rebellische Musikfestival", berichtet ein Genosse.

 

"Aber schnell stellte sich heraus, dass das Thema Zechenschließung den meisten Menschen auf den Nägeln brennt und wir rückten es in den Fokus." Einige hatten noch gar nichts von der Schließung gehört und waren umso empörter. Acht unterschrieben auf der Unterschriftenliste der Bergarbeiterinitiative Kumpel für AUF.

Unterschreiben kann und muss jeder, der dagegen ist

Ob man mit Unterschriften etwas erreichen könne, fragte ein Arbeiter skeptisch. Man bräuchte größere Aktionen. Da wäre er dabei. "Das ist doch ein Grund mehr zu unterschreiben," antworteten die Genossen der MLPD. "Da gibt es ein Extrafeld, wo man eintragen kann, dass man zu weiteren Aktivitäten, größeren Aktionen usw. informiert werden will. Die Unterschrift bekamen wir."

 

Viele denken, da kann man nichts mehr machen. "Wir überzeugten sie dann zuerst, zu unterschreiben: aus Protest, um zu zeigen, dass sie nicht einverstanden sind, dass sie nicht gefragt wurden. Und dann diskutieren wir über die Frage, ob und wie man erfolgreich kämpfen kann."

 

Drei von vier Käufer der Roten Fahne entschieden sich dann auch für die Ausgabe 6/18 "Zechenschließung geht alle an". Nebenbei verteilten wir auch 50 Exemplare der MLPD-Stadtzeitung und sprachen die anderen Themen an, tauschten Adressen mit einem jungen Äthiopier zwecks Musikfestival ...