Gießen

Kämpferische Demonstration gegen türkische Invasion in Efrîn

Etwa 200 Menschen sind am Samstag in Gießen anlässlich des Globalen Aktionstages gegen die türkische Invasion in Kurdistan auf die Straße gegangen. Die von dem "Bündnis für Frieden in Afrin" organisierte Demonstration zog am späten Nachmittag vom Berliner Platz über die Südanlage und durch den Seltersweg bis zum Kirchenplatz.

Korrespondenz aus Gießen
Kämpferische Demonstration gegen türkische Invasion in Efrîn
Foto: Internationalistisches Bündnis Gießen

Neben der Forderung nach internationaler Solidarität und der sofortigen Beendigung des Angriffes der Türkei auf das nordsyrische Afrin wandten sich die Demonstranten in Sprechchören auch an die deutsche Bundesregierung und riefen dazu auf, Waffenexporte an das türkische Regime einzustellen: "Deutschland finanziert - Türkei bombardiert." Sie forderten außerdem die internationale Ächtung des völkerrechtswidrigen Angriffes, die Unterstützung der Demokratischen Föderation Nordsyrien und die sofortige Aufhebung des PKK-Verbotes.

 

Unterstützt wurden sie in zahlreichen Redebeiträgen, unter anderem von Vertretern der Alevitischen Gemeinde, der Linkspartei, der DKP und des Internationalisitischen Bündnis Gießen. Bei der Abschlusskundgebung auf dem Kirchenplatz wurde eine Schweigeminute eingelegt.

 

Das Internationalistische Bündnis Gießen unterstützte den Aufruf zur Demonstration kritisch. Kritisch deshalb, "weil wir es für eine gefährliche
Illusion halten, sinnlose Appelle an die Einsicht und Vernunft bürgerlicher Politiker eines imperialistischen Landes zu formulieren. Wer wie die deutsche Regierung auch weiterhin Waffen an die Türkei liefert, den Mantel des Schweigens über den türkischen Einmarsch hüllt, wer uneingeschränkt zum dreckigen Flüchtlingsdeal steht, wer kurdische Freiheitskämpfer und türkische Revolutionäre kriminalisiert ... wird niemals ernsthaft diplomatischen Druck auf die türkische Regierung ausüben, das ist reine Illusion! Deshalb fordern wir als Internationalistisches Bündnis den sofortigen Abbruch aller diplomatischen Beziehungen zur Türkei. Dann werden wir ja sehen, wie ernst es der deutschen Regierung ist mit der Verteidigung der Menschenrechte".

 

Die Demo lief friedlich und ruhig ab, währenddessen fand der Aufruf zur Solidarität unter Passanten großen Anklang, die dann spontan an der Demo teilgenommen haben.