Siemens/Alstom-Aktionstag

Zehntausende sagen: „Wir kämpfen um jeden Arbeitsplatz“

Gegen eine drohende Arbeitsplatz- und Standortvernichtung bei der Bahntechnik von Siemens/Alstom machten acht Monate nach der Ankündigung der Fusion Zehntausende Beschäftigte klar: Sie werden um den Erhalt jedes Arbeitsplatz kämpfen und sich nicht gegeneinander ausspielen lassen!

Korrespondenz aus Berlin

Nach Angaben von IndustriAll haben sich an dem Aktionstag Kolleginnen und Kollegen aus mehr als 30 Siemens/Alstom-Standorten in der BRD, Frankreich, Spanien, Italien, Belgien, Polen sowie Rumänien beteiligt.

 

In Deutschland arbeiten 13.000 Beschäftigte bei Siemens Mobility sowie 2.500 bei Alstom. Nach dem Aufruf der IG Metall gab es Proteste an den Standorten Erlangen, Krefeld, Berlin, München, Braunschweig, Salzgitter und Wegberg-Wildenrath.

In 30 Minuten 300 Unterschriften

Es ging von Flugblattverteil-Aktionen mit Unterschriftensammlungen über Betriebsversammlungen bis zu Kundgebungen, Demonstrationen und Streiks an den verschiedenen Standorten. In Berlin sammelten die IG Metall-Vertrauensleute bei Siemens Mobility in 30 Minuten 200 Unterschriften für ihre Forderungen.

 

Die Vertreterin der IG Metall Berlin, Regina Katerndahl, sagte: „Einem Ausspielen der Standorte setzen wir eine europäische solidarische Haltung entgegen.“ In Krefeld zogen die Beschäftigen aus Protest vor die Werkstore, um sich mit den Kolleginnen und Kollegen im Ausland zu solidarisieren.

Internationalistisches Bewusstsein gestärkt

Der Aktionstag war ein wichtiger Schritt zur Stärkung des internationalistischen Bewusstseins in der europäischen Arbeiterklasse. Der Kampf muss weiter gegen die Vernichtung von Arbeitsplätzen als Folge der Fusion geführt werden.

 

Dazu reicht es nicht, sich nur europaweit zu solidarisieren. Notwendig ist die Schaffung der internationalen Einheit der Bahnindustriebeschäftigten. Dazu dürfen sich die europäischen Beschäftigten auch nicht gegen die Kolleginnen und Kollegen in China, USA und anderer Ländern aufstellen.