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Demonstration der Pflegekräfte: "Wir wollen keine warmen Worte mehr"

Unter dem Motto "Das könnt ihr Euch SPAHN!" ruft die Gewerkschaft Ver.di für morgen zu einer Kundgebung und Demonstration in Düsseldorf auf. Dort treffen sich die Gesundheitsministerinnen und -minister der Länder mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU).

Von gp
Demonstration der Pflegekräfte: "Wir wollen keine warmen Worte mehr"
Bild von streikenden Kolleginnen und Kollegen der Berliner Charité im letzten Jahr (foto: Ver.di Saar-Trier)

Im Aufruf von Ver.di dazu heißt es unter anderem: „Die Zeit drängt: Wir werden bei der Arbeit krank. Wir sehen Menschen in diesem reichen Land schlecht versorgt. Wir sehen Menschen sterben. Jeden Tag, jede Nacht – viel zu oft allein! Wir wollen keine warmen Worte mehr. ... Stattdessen brauchen wir endlich mehr und genug Personal für gute Arbeit und eine gute Versorgung!“

140.000 Pflegekräfte fehlen

Nach Berechnungen von Ver.di fehlen bundesweit in Kliniken und Altenpflegeheimen 140.000 Pflegekräfte – die neue Bundesregierung und ihr Gesundheitsminister Spahn haben gerade mal 13.000 zusätzliche Kräfte versprochen!

 

Unter den Pflegekräften ist eine wachsende Kampfbereitschaft festzustellen. Heute und morgen hat Ver.di an den Unikliniken in Düsseldorf und in Homburg (Saar) zu 48-stündigen Warnstreiks aufgerufen. In Düsseldorf haben sich heute Morgen mehrere hundert Pflegekräfte mit Transparenten vor der Klinik versammelt. An der Uniklinik in Essen wollen die Kolleginnen und Kollegen morgen streiken.

"Geduld ist am Ende"

Sie lassen sich auch durch Drohungen und Schikanen der Klinikleitungen nicht einschüchtern. Die Klinikleitung in Homburg ist am 17. Juni mit ihrem Versuch gescheitert, den 48-Stunden-Warnstreik mit einer einstweiligen Verfügung zu verbieten. In Homburg bereitet Ver.di einen unbefristeten Arbeitskampf vor, sollte die Klinikleitung ein Ultimatum bis Freitag verstreichen lassen. »Die Geduld der Kolleginnen und Kollegen ist am Ende«, stellt Ver.di-Sekretär Michael Quetting fest. »Sie werden jetzt ihr Streikrecht nutzen, um Entlastung durchzusetzen.«

 

Die MLPD solidarisiert sich mit den Forderungen und dem Kampf der Pflegekräfte und wird sich aktiv daran beteiligen. Treffpunkt und Auftakt: morgen um 11 Uhr vor dem DGB-Haus in Düsseldorf (Friedrich-Ebert-Str. 34-38). Beginn der Demonstration 11.45 Uhr. Kundgebung vor dem Hyatt-Hotel, Am Handelshafen, von 12.30 bis 15 Uhr.