VW

„Feierliche“ Betriebsversammlung

Großer Aufwand bei Volkswagen: In einer sechsstündigen „feierlichen“ Betriebsversammlung zum 60-jährigen Bestehen des Volkswagenwerks Kassel versuchte die Konzernleitung, ein „Wir machens“ und das Motto „weiter so“, in der Belegschaft zu verankern.

Korrespondenz aus Kassel
„Feierliche“ Betriebsversammlung
Oberer Teil des Protest-Sargs der VW-Belegschaft (rf-foto)

6.000 Kolleginnen und Kollegen waren auf der Betriebsversammlung anwesend.

Fernsehshowartiges Konzept

Doch das fernsehshowartige Konzept mit Hochglanzfilmen, um den Erfolg des Konzerns und der Belegschaft zu zeigen, wurde schon von vielen Kolleginnen und Kollegen vor der Versammlung mit Sätzen wie „das wird heute wieder ein Lügenkabinett“ erahnt und von vielen abgelehnt.

Sarg zerstört

Mit einem selbst gebauten Sarg, auf dem stand, dass das freie Wochenende, familienfreundliche Arbeitszeiten und der gesunde Schlaf durch Volkswagen darin begraben wurden, haben die Kollegen demonstrativ gezeigt, was sie davon halten, und ihn vor dem Management zerstört.

 

Der Abgasbetrug und die Verhaftung von Audi-Chef Rupert Stadler wurden vom Management nicht erwähnt. Die Versammlung zog sich bis kurz vor Feierabend, so dass die Belegschaft kaum noch zu Wort kam und nur noch ein Bruchteil wegen Feierabend die offene Aussprache mitbekam. Andreas Gärtner, Vertrauenskörperleiter bei VW Kassel, bedankte sich für die Solidarität im erfolgreichen Kampf gegen seine drei Abmahnungen und bekam solidarischen Applaus. Viele Kolleginnen und Kollegen befürworteten, dass endlich die ersten Manager zu ihrer verdienten Strafe kommen. Ein weiterer Abbau von Arbeitsplätzen wurde in Aussicht gestellt.

Kampf der Belegschaft wird nötig sein

Diese Belegschaft wird die Abwälzungen auf sich und die Natur aber nicht akzeptieren. Auf der Tagesordnung stand auch, das sich für die Übernahme aller Ferienarbeiter, Leiharbeiter, der befristeten Stammbelegschafter weiter eingesetzt wird. Gerade in dieser wirtschaftlichen Lage wird der Kampf der Belegschaft nötig sein. Auch der Betriebsratsvorsitzende sprach sich klar gegen Leiharbeit aus.