Türkei

Flughafen-Bauarbeiter: „Lass dich hier nicht blicken, Erdoğan!“

Die folgenden Auszüge eines Artikels des türkischsprachigen Nachrichtenportals „Sendika“ wurden uns dankenswerterweise von einem Korrespondenten aus Essen übersetzt zur Verfügung gestellt:

Korrespondenz aus Essen

Mit dem Blutzoll vieler Arbeiter geht der Bau des Flughafens Drei weiter voran. Die Belegschaft verstärkt ihre Aktionen gegen die harten und unsicheren Arbeits‑ und Lebensbedingungen. Nachdem Recep Tayyip Erdoğan seine Absicht verkündet hat, das Baugelände zu besuchen, haben die Arbeiter nun einen 14-Punkte-Brief verfasst, in dem es unter anderem heißt: „Lass dich hier nicht blicken, Erdoğan! Wir wollen dich hier nicht sehen! Dank dir haben wir begriffen: solange wir an dieser Ausbeuterordnung nichts ändern, haben wir keine Ruhe!“

Bau wird mit Blutzoll durchgezogen

Das mit dem Bau beauftragte Konsortium „Istanbul Grand Airport“ (IGA) - gebildet von den Unternehmen Cengiz, Limak, Kolin, Mepa und Kalyon - wurde und wird von der Erdoğan-Regierung unter Druck gesetzt, das Projekt unverzüglich fertigzustellen. Und so wird der Bau mit dem Blutzoll mehrerer hundert von Subunternehmen beschäftigter Arbeiter durchgezogen.

Aus Protest Arbeit niedergelegt

Durch die harten Arbeitsbedingungen, wo es auf der Baustelle keinerlei Arbeitssicherheit gibt, haben offiziell etwas mehr als 30 Arbeiter ihr Leben verloren – in Wahrheit sind es erheblich mehr. Da ihnen die Löhne immer erst mit Verspätung gezahlt werden, sind sie aus Protest auf Baukräne geklettert. Die Arbeit wurde niedergelegt.