Betriebsversammlung

Klares Zeichen gegen Arbeitsplatzvernichtung bei ThyssenKrupp

Auf der Betriebsversammlung von ThyssenKrupp Steel Europe (tkse) am 21. Juni vormittags und nachmittags war die Mehrheit der Anwesenden dafür, dass die Arbeitszeitverkürzung auf 31 Stunden weiter fortgeführt wird und die Auszubildenden und Leiharbeiter unbefristet übernommen werden - und zwar ohne Umweg über die PEAG.

Korrespondenz aus Duisburg
Klares Zeichen gegen Arbeitsplatzvernichtung bei ThyssenKrupp
Jugend bei tkse will Zukunft (rf-foto)

Den Versuch des Vorstandes, die Fusion als das Allheilmittel zur Sicherung von Arbeitsplätzen herauszustellen, und dass man ja damit eine starke Nummer Zwei in Europa würde, nahmen verschiedene Redner auseinander. Es wurde deutlich, dass die Fusion vor allem dazu dient, den Stahlbereich loszuwerden. Die Arbeitsdirektorin war ziemlich in der Defensive.

Mehrheit der Belegschaft stand auf

Ein Redner aus dem Saal forderte auf: Alle, die für die Fortsetzung der Arbeitszeitverkürzung auf 31 Stunden pro Woche sind und für die sofortige unbefristete Übernahme der Azubis und der Leiharbeiter, sollen aufstehen.

 

Mit großem Erfolg: Am Vormittag ist die übergroße Mehrheit aufgestanden und setzte damit ein Signal. Auch am Nachmittag ist über die Hälfte aufgestanden und hat damit Position bezogen, dass sie es nicht zulassen werden, dass mit der Heraufsetzung der Arbeitszeit bis zu 1.500 Arbeitsplätze vernichtet werden. Wobei der Vorstand vorhat, bis Ende September 1.000 weitere Stellen zu streichen und Leiharbeiter auf die Straße werfen will.

Klärungsprozess begonnen

Gleichzeitig wurde deutlich, dass ein Klärungsprozess begonnen hat, dass man sich nicht zu große Hoffnungen auf den Fusions-Tarifvertrag mit dem Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen machen darf.

 

In den Gesprächen mit MLPD-Vertretern vor der Betriebsversammlung äußerten sich Kolleginnen und Kollegen sehr besorgt über die Rechtsentwicklung der Regierung und das neue Polizeigesetz, die Trumpsche Politik und die zunehmenden Kriege und Weltkriegsgefahr. Es gab tiefgehende Diskussionen, ob und was man dagegen tun kann.