Stahlfusion thyssenkrupp / Tata

"Als eine Konzernbelegschaft denken und handeln"

Heute wird im Aufsichtsrat der Thyssenkrupp AG der Vertrag zur Fusionierung des Stahlbereichs von Tata und Thyssenkrupp unterzeichnet.

Von Landesleitung Nordrhein-Westfalen der MLPD
"Als eine Konzernbelegschaft denken und handeln"
Für ihre Fusion müssen thyssenkrupp und Tata immer noch an den Belegschaften vorbei. Hier ein Bild von Stahlaktionstag 2017 (rf-foto)

Dies sollte schon Anfang des Jahres geschehen, dies verzögerte sich durch den Widerstand der Kolleginnen und Kollegen bei Thyssenkrupp und Tata. Noch letzte Woche auf der Betriebsversammlung ist es dem Vorstand nicht gelungen die Begelschaft für die Fusion zu gewinnen. Die geplante Vernichtung Tausender Arbeitsplätze als Folge der Fusion stößt auf breiten Widerstand und die Vorstände mussten Zugeständnisse an die Belegschaften machen. Jetzt sind die Belegschaften herausgefordert als eine Konzernbelegschaft zu denken und zu handeln.

Vorstand geht jetzt schon auf einen härteren Kurs über

Der Kampf um jeden Arbeitsplatz muss von Anfang an die einheitliche Forderung sein. Ein komischer Wandel auch der IG-Metall-Führung. Während sie die Fusion mit Worten immer kritisierte, stimmen sie jetzt einmütig zu - mit dem Argument die Fusion sei besser als die Zerschlagung des Konzerns. Damit wird aber die Stilllegung von Anlagen und massive Arbeitsplatzvernichtung akzeptiert. Da reicht es nicht aus, dass es angeblich keine betriebsbedingte Kündigung bis 2026 in Deutschland geben soll. Der Vorstand von tkSE geht jetzt schon auf einen härteren Kurs über. So will er bis Ende September alle Leiharbeiter abmelden. Das sind knapp tausend Kollegen. Auch die Rückführung auf die 33- Stunden und dann 35-Stunden-Woche führt zur Vernichtung von 1.500 Arbeitsplätzen. Das wollen die Kolleginnen und Kollegen nicht akzeptieren. Sie sind für die dauerhafte Fortführung der 31 Stunden-Woche bei Thyssenkrupp und die unbefristete Übernahme der Azubis und Leiharbeiter.

Nicht spalten lassen

Erfolgreich wurde jetzt auch die unbefristete Übernahme der Azubi-Jahrgänge 2014, 2015 und 2016 durchgesetzt. Das ist ein toller Erfolg. Auch die Solidarität mit den Leiharbeiter wächst. Dagegen setzten die Kollegen aus dem Kaltwalzwerk 1 vom Team Walzen und Glühen bei tkSE Duisburg Hamborn/Beeckerwerth am Donnerstag ein Zeichen. Sie legten für zwei Stunden die Arbeit nieder und diskutierten mit der Betriebsleitung und dem Personalchef der Kaltwalzwerke warum ein Leiharbeiter nach zwei Jahren am 10. Juli abgemeldet wird. Es ist ein Familienvater mit drei Kindern, der sehr gut eingearbeitet und zuverlässig ist. Die Kollegen fordern die Übernahme von ihm und allen Leiharbeitern.

 

So sehen die Folgen der Fusion aus. Das fordert den gemeinsamen Kampf der Stahlarbeiter und ihre Familien heraus. Für die 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich!  Die Stahlbetriebsgruppen der MLPD fördern die Kämpfe der Stahlarbeiter und vertreten mit der gesellschaftlichen Alternative des echten Sozialismus ein echtes Zukunftsprojekt. Sie zu stärken ist eine richtige Antwort auf die Fusion!