Rote Hilfe

Sofortige Freilassung von Latife Cenan-Adigüzel

Zum Haftantritt von Latife Cenan-Adigüzel schreibt die Solidaritätsorganisation Rote Hilfe:

Von Bundesvorstand Rote Hilfe
Sofortige Freilassung von Latife Cenan-Adigüzel
Latife Cenan-Adigüzel (foto: Solikomitee Wuppertal)

Die 2016 zu drei Jahren und drei Monaten wegen Mitgliedschaft in der Revolutionären Volksbefreiungspartei-Front (DHKP-C) verurteilte linke Aktivistin Latife Cenan-Adigüzel musste ihre Haftstrafe nun mit sofortiger Wirkung antreten. (siehe Rote Fahne News) Ein entsprechender Antrag ihrer Anwält*innen auf Haftaufschub wurde durch die Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf abgelehnt.


In dem dreieinhalb Jahre dauernden Prozess konnte der Aktivistin lediglich die Arbeit als Vorsitzende der legalen Migrant*innenorganisation Anatolische Föderation nachgewiesen werden ...

Unverzüglicher Antritt der Haftstrafe ohne ersichtlichen Grund

Während des gesamten Prozesses und auch nach Latifes Verurteilung nahmen sich die Repressionsorgane viel Zeit. Nun aber musste die Aktivistin die gegen sie verhängte Haftstrafe unverzüglich antreten – ohne ersichtlichen Grund. Die selbst erkrankte Alten- und Krankenpflegerin pflegt zusätzlich ihren schwer kranken Ehemann. Der plötzliche Haftantritt gab ihr keine Gelegenheit, in dieser persönlich schwierigen Situation entsprechende Vorsorge zu treffen. Dennoch wurde ein Aufschub des Haftantritts zur Klärung dieser Verhältnisse nun abgelehnt ...

Latife wird offensichtlich geheimdienstlich observiert

Dazu erklärt Heiko Lange, Mitglied im Bundesvorstand der Roten Hilfe: „Die Teilnahme an öffentlichen Veranstaltungen wie einem Konzert der populären linken Musikgruppe Grup Yorum ist glücklicherweise noch nicht strafbar und eine ausstehende Haftstrafe bedeutet nicht, dass der Betroffenen alle Rechte entzogen werden dürfen. Bereits das gegen Latife nach § 129b (Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung) verhängte Urteil war ein politisch motivierter Akt der Willkür. Nun wird sie offenbar geheimdienstlich observiert, um weiteren Druck ausüben zu können. Die Rote Hilfe e.V. fordert ihre sofortige Freilassung.“