Thyssenkrupp Steel

Betriebsversammlungen und Hiesinger-Rücktritt

Nach der Vollzugsmeldung des Thyssenkrupp-Vorstands über die Fusion der Stahlsparten von Thyssenkrupp und dem indischen Tata-Konzern fanden diese Woche an allen Stahlstandorten außerordentliche Betriebsversammlungen statt.

Landesleitung NRW der MLPD
Betriebsversammlungen und Hiesinger-Rücktritt
Jetzt kommt es darauf an, dass die deutschen und holländischen Kollegen gemeinsam kämpfen (rf-foto)

Mit den Versammlungen sollten die Belegschaften darauf eingeschworen werden, die Fusionspläne mitzutragen.

 

Gemeinsam ergriffen fünf Kollegen vom Kaltwalzwerk (KW1) auf der Versammlung das Wort und machten deutlich, was das wahre Gesicht der Fusion ist: An der Tandemstraße sollen drei Leiharbeiter entlassen werden. Die Kollegen waren entschlossen: „Wir brauchen die Kollegen vor Ort, wir lehnen Mehrarbeit solang ab, wie die Kollegen nicht übernommen werden.

Wichtiges Signal für die kommenden Auseinandersetzungen

Damit haben sie für die kommenden Auseinandersetzungen ein wichtiges Signal gesetzt: „Wir sind eine Belegschaft und kämpfen gemeinsam!“ Das muss ab sofort auch für die Einheit mit den „neuen“ Kollegen in den Tata-Werken in den Niederlanden und in Großbritannien gelten.

Thyssenkrupp-Vorstandvorsitzender Heinrich Hiesinger tritt zurück

Das unterstreicht die Bombe, die am Tag nach der Betriebsversammlung platzte: Der Rücktritt des Thyssenkrupp-Vorstandvorsitzenden Heinrich Hiesinger. Er habe zu wenig Rückendeckung für seine Konzernpläne vom Vorstand gehabt, so die Begründung. Tatsächlich unterstreicht dies, dass es im Finanzkapital durchaus widersprüchliche Interessen und Auffassungen gibt, wie am besten Maximalprofit aus dem Konzern herauszuholen ist.

 

Nicht wenige stellten aus all dem den Zusammenhang zur Krise der Berliner Regierung her. Gut, dass in diesem Sinn auch auf den Betriebsversammlungen aufgerufen wurde, dass sich die Stahlarbeiter an der Demonstration am 7. Juli gegen das neue Polizeigesetz beteiligen.