Betrieb

Diskussion wurde in den letzten Jahren vernachlässigt

Von einer Betriebsversammlung in einem baden-württembergischen Betrieb wird berichtet:

Korrespondenz aus Baden-Württemberg

Ein Vertrauensmann ging in seinem Redebeitrag auf die aktuelle Flüchtlingsdebatte und die Rechtsentwicklung der Regierung ein. Mit den Beschlüssen des EU-Gipfels wird das Asylrecht in Europa und Deutschland faktisch abgeschafft. Das ist ein Grundrecht und Menschenrecht und betrifft dann auch weltweit verfolgte Gewerkschafter.

Staat stellt sich auch auf Arbeiterkämpfe und deren Unterdrückung ein

Als Gewerkschafter müssten die Lehren aus der Geschichte im Kampf gegen den Hitler-Faschismus gezogen werden. Ebenso muss die Einrichtung von - wie der Papst sie nannte - Konzentrationslagern entschieden abgelehnt werden. Mit dem massiven Einsatz der Polizei um Streikbrecher bei Halberg Guss durch die Streikposten ins Werk zu bringen oder der Debatte, ob Ketten am Drehtor beim Metaller-Streik legal sind, zeigt sich dass sich der Staat nicht nur gegen die Flüchtlinge und das Asylrecht stellt, sondern sich auch auf Arbeiterkämpfe und deren Unterdrückung einstellt. Deshalb hätten sie in ihrer Voraussicht auch Angst davor, dass die Kollegen vor das Tor gehen und um ihre Arbeitsplätze kämpfen.

 

Emotional berührt ging der Betriebsratsvorsitzende auf den Beitrag ein und meinte, dass wir in den letzten Jahren die politische Diskussion vernachlässigt haben. Jetzt müssten wir als Gewerkschafter Stellung nehmen.