Diesel

Zunehmende Probleme nach Software-Update

Immer mehr Besitzerinnen und Besitzer von VW-Diesel klagen über Probleme nach dem Software-Update.

Korrespondenz

Neben der geringen Reduzierung des Stickstoffausstoßes haben Experten schon lange auf erhöhten Kraftstoffverbrauch und negative Folgen für Verschleißteile und Aggregate gewarnt. Häufig müssen die Diesel-Fahrzeuge wegen Ausfall des Abgasrückführungsventils (AGR) in die Werkstatt. VW leugnet einen Zusammenhang mit dem Update, zahlt aber trotzdem die Reparatur.

 

Ein Teil der Abgase wird wieder zurückgeführt. Dadurch senkt sich die Verbrennungstemperatur und der Ausstoß von Stickoxid sinkt. Dabei entsteht die Gefahr, dass das AGR verkokt und nicht mehr funktioniert. Bei der Manipulation der Abgasreinigung wurde das AGR bei bestimmten Temperaturen ausgeschaltet. Mit dem Update wird dies beseitigt, d.h. das AGR ist viel häufiger in Betrieb, wodurch sein Verschleiß steigt.

 

Dazu Prof. Thomas Koch, Leiter am Karlsruher Institut für Technologie: „Ein Abgasrückführungsventil – das ist wirklich sensible Technik, die auch ohne Software-Update irgendwann ausfallen kann. Aber es ist nicht verwunderlich, dass das Problem durch ein Software-Update verschärft wird. Das ist Physik, das ist Chemie, und es ist vollkommen klar, dass die Ausfallrate größer wird.“

 

Seinen Rat an die Politiker im Diesel-Untersuchungsausschuss, die Finger von Soft-Updates zu lassen, habe niemand gehört. Beim Diesel-Untersuchungsausschuss mag das stimmen. Aber ansonsten kann von "Niemand" nicht die Rede sein! Automobilarbeiterinnen und -arbeiter bei Daimler, Audi, Porsche und Bosch, Kandidatinnen und Kandidaten der Internationalistischen Liste/MLPD im Bundestagswahlkampf, die Initiatorinnen und Initiatoren des 20-Punkte-Forderungskatalogs - sie alle haben unermüdlich zum Ausdruck gebracht, dass sie sich auf keinen Fall mit dem Placebo "Software-Updates" zufrieden geben.

 

Notwendig ist die technische Umrüstung mit SCR-Katalysatoren auf Kosten der Autokonzerne, eine Entschädigung der geprellten Diesel-Käuferinnen und -Käufer, ein schnellstmöglicher Ausstieg aus den fossilen Verbrennungsmotoren und die Einführung eines kostenlosen Nahverkehrs. Dies forderte die MLPD seit dem Auffliegen des Abgasbetrugs!